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Meinungen Ulf B. Christen zum Wahlmobil
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08:30 24.07.2018
Von Ulf B. Christen
Ulf B. Christen Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Unter dem Strich stieg die Beteiligung an der Landtagswahl 2017 zwar um 120 Stimmen oder einen Prozentpunkt. Das ist aber angesichts der horrenden Kosten von mehr als 30000 Euro zu wenig, um die Mobilwahl auszubauen oder gar landesweit einzuführen.

Die Pleite des Pilotversuchs kommt nicht überraschend. Die in Teilen der Gesellschaft grassierende Wahlmüdigkeit lässt sich nicht mit der angeblich komplizierten Briefwahl oder dem angeblich beschwerlichen Weg ins Wahllokal erklären. Einige Menschen wollen oder können nicht begreifen, dass Politik ihre Lebensumstände prägt. Andere glauben nicht, dass sie mit ihrer Stimme etwas ändern können. Beides ist fatal, aber nur mittelfristig zu ändern, etwa durch ein gerechteres und besseres Bildungssystem.

Gefordert ist auch die Politik selbst. Die Parteien müssen ihr Profil schärfen, wenn sie in Kommunen (unter 50 Prozent Wahlbeteiligung), in Schleswig-Holstein (unter 70 Prozent) und im Bund (unter 80 Prozent) mehr Bürger begeistern wollen. Kurzum: Die Parteien müssen sich um ihr Kerngeschäft kümmern und nicht versuchen, Wahlen noch bequemer zu machen. Ein mahnendes Beispiel ist Estland. Dort kann jeder per Online-Voting sein Kreuz zu Hause machen. Die Wahlbeteiligung betrug zuletzt nur 64,2 Prozent.

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