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Ulrich Metschies zum HSH-Verkauf

Kommentar Ulrich Metschies zum HSH-Verkauf

Dass wir das noch erleben dürfen: Die HSH Nordbank, die in den letzten zehn Jahren nonstop gegen existenzbedrohende Marktbedingungen ankämpfen musste, spürt so etwas wie Rückenwind. Nicht nur, dass sich bei den Zinsen eine Wende andeutet und dass der Dollarkurs hilft.

Nein, endlich scheinen sich auch die Schifffahrtsmärkte von ihrer Dauerkrise zu erholen, die sich mit fataler Wirkung in die Bilanz gefressen hat. Mehr noch: Die Bank kann ihr Neugeschäft kräftig steigern und kommt beim Abbau milliardenschwerer Altlasten schneller voran als erwartet. Das sind gute Nachrichten bei einem Thema, das bislang vor allem Hiobsbotschaften produziert hat.

 Die Entwicklung ist natürlich kein Garant dafür, dass der Verkauf gelingt und den Ländern, der Bank und ihren mehr als 2000 Mitarbeitern eine Abwicklung erspart bleibt. Doch die Chancen steigen, dass ein oder mehrere Investoren bereit sind, Hamburg und Schleswig-Holstein die Bank abzunehmen und dafür Geld zu bezahlen. Selbstverständlich ist das nicht, weil der schlechte Teil der HSH noch immer mit Schrottkrediten in Höhe von 17 Milliarden Euro verseucht ist. Ein Investor, der sich die ans Bein bindet, will dafür auch etwas bekommen. Ob der Wert der Kernbank als Anreiz groß genug ist – das ist die Frage. Falls nicht, könnte erneut der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Wie bitter, nachdem klar ist, dass die Bank die 2009 gewährten drei Milliarden an Eigenkapitalhilfe plus zehn Milliarden Ländergarantie leider aufgebraucht hat.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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HSH-Nordbank
Foto: Der Gewinn der Gesamtbank in den ersten sechs Monaten des Jahres lag bei 173 Millionen Euro.

Die HSH Nordbank hat im ersten Halbjahr ähnlich viel Geld verdient wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres, dabei aber ihre Altlasten schneller als erwartet abgebaut. Er sehe eine gute Basis für eine erfolgreiche Privatisierung der Bank, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch.

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