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Ulrich Metschies zum Hafen Rendsburg

Kommentar Ulrich Metschies zum Hafen Rendsburg

Riesige Beton-Elemente für Windkraftanlagen, 200 Tonnen schwere Transformatoren, 60 Meter lange Windmühlen-Flügel – es gibt kaum Brocken, die zu schwer oder zu sperrig wären für den Hafen Rendsburg. Er ist ein Pfund, mit dem der Logistikstandort Schleswig-Holstein wuchern kann.

Doch der einzige funktionierende Schwerlasthafen des Landes hat einen strukturellen Nachteil: die Abhängigkeit vom Großkunden Bögl.

 Der bayrische Baukonzern leistet mit seinem Betonelementwerk Osterrönfeld den mit Abstand größten Beitrag zur Auslastung des Hafens. Die Perspektive der Bögl-Ansiedlung war entscheidend für die Millionenförderung des Hafenbaus durch die öffentliche Hand. Diese Abhängigkeit könnte sich nun rächen, denn die Einschränkung der Produktion von Betonelementen zum Bau von Windkraftanlagen schlägt voll durch auf die Beschäftigung des Hafens. Der ist mit Hochdruck dabei, weitere Großkunden an Land zu ziehen, für die es in unmittelbarer Nähe auch reichlich Platz gäbe. Doch das ist ein schwieriges Unterfangen in einer Zeit, in der die Verkehrsanbindung des Hafens quasi auf der Intensivstation liegt. Erneuerung der Rader Hochbrücke, Kanaltunnelsanierung, Ausbau der A7 und Modernisierung des Nord-Ostsee-Kanals: Es wird viele Jahre dauern, bis die Lebensadern von Rendsburg Port wieder fit sind. Da kann man nur hoffen, dass Bögl sich schnell wieder berappelt.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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