1 ° / -2 ° Schneeschauer

Navigation:
Ulrich Metschies zur Bad Bank

Kommentar Ulrich Metschies zur Bad Bank

Mit Zockereien auf den weltweiten Finanzmärkten und der hemmungslosen Vergabe von Schiffskrediten hat die HSH Nordbank als einstmals weltgrößter Schiffsfinanzierer den Keim gelegt für ein wirtschaftliches und politisches Desaster.

Voraussichtliche Kosten für die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein: weit über zehn Milliarden Euro. In den verzweifelten Bemühungen, den Schaden für die Länder-Haushalte zu begrenzen und die Abwicklung der Landesbank zu verhindern, kommt der ländereigenen Abwicklungsanstalt namens HSH Portfoliomanagement AöR eine entscheidende Bedeutung zu. Nicht ohne Grund war über deren Errichtung Ende 2015 im Landtag heftig gestritten worden. Denn natürlich fürchtete man das Risiko, dass mit der Übertragung eines riesigen Pakets an Schrottkrediten von der HSH auf die Länder deren Risiko nicht sinkt, sondern sogar steigt.

 Die gute Nachricht ist jedoch: Danach sieht es gegenwärtig nicht aus. Die ländereigene Bad Bank kommt beim Abbau der Problempapiere offenbar planmäßig voran. Dabei hilft ihr ein Markt, der nach etlichen Jahren Krise endlich wieder eine Handbreit Wasser unterm Kiel gefunden hat. Nach wie vor gibt es keinerlei Sicherheit, dass die Länder die 2,4 Milliarden Euro Kaufpreis für die Problemkredite wieder hereinbekommen, doch die Chancen, dass dies gelingt, sind tendenziell gestiegen.

 „Piraten in Nadelstreifen“ – diesen vom ZDF vergebenen Titel mag man manchem skrupellosen Banker anheften. Die 62 Mitarbeiter der HSH Portfolimanagement AöR jedoch haben ihn nicht verdient.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

Mehr aus Meinungen 2/3