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Ulrich Metschies zur Zukunft der Industrie

Kommentar Ulrich Metschies zur Zukunft der Industrie

Agrarland Schleswig-Holstein: Dieses Klischee hält sich bis heute, obwohl der Norden in etlichen Branchen eine zukunftsfähige Industriestruktur aufgebaut hat. Natürlich gibt es bei uns nicht mehr die Werften, Telefon- oder Bekleidungshersteller, die viele tausend Mitarbeiter beschäftigen.

Dafür hat Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Branchen eine industrielle Substanz entwickelt, die man getrost als zukunftsstark bezeichnen kann. Medizintechnik, Pharma, Chemie, Erneuerbare Energien, maritime Wirtschaft und IT: Die Produkte dieser Branchen werden in aller Welt verkauft.

 Dass die meisten Industrieunternehmen bei den Investitionen Gas geben, ist ein gutes Signal. Es zeigt, dass viele Firmenchefs anders als bislang übervolle Auftragsbücher nicht mehr abarbeiten, indem sie bestehende Kapazitäten bis zum Anschlag ausreizen und auf Überstunden und Extraschichten setzen, sondern mit neuen Maschinen und Anlagen die Voraussetzung für gesundes Wachstum schaffen. Gewiss: Ein Teil der realisierten Investitionen ist dringend erforderlich, um Nachholbedarf vergangener Jahre auszugleichen – auch mit Blick auf die Digitalisierung. Doch der Löwenanteil basiert auf der Erwartung, dass die starke Nachfrage noch eine Weile anhält.

 Ein Erfolgsrezept kann die Anschaffung neuer Technik jedoch nur sein, wenn es genug Menschen gibt, die sie auch bedienen können. Mehr investieren in Mitarbeiter – das ist die ganz große Zukunftsausgabe.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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