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Anne Holbach zu Mieten in Innenstädten

Kommentar Anne Holbach zu Mieten in Innenstädten

Die zahlreichen leeren Schaufenster im Land sind ein Zeichen dafür, dass Einzelhändler nicht mehr jede Miete zahlen.

Viele können sich das im Kampf gegen die Konkurrenz aus dem Netz einfach nicht mehr leisten. Andere wollen nicht viel für einen Laden ausgeben, wenn sich ein Standort nicht rechnet. Schon jetzt prägen internationale Ketten das Bild in Fußgängerzonen, weil hohe Preise nur noch für Filialisten bezahlbar sind. Inhabergeführte Geschäfte müssen erst mal viel verkaufen, damit die Kosten für die Eins-a-Lage wieder reinkommen.

Die gute Nachricht für Händler: Die Mietpreise gehen runter. Die schlechte: Nicht überall sind Vermieter entgegenkommend, weil sie lieber warten, ob nicht doch eine zahlungsfreudige Kette um die Ecke kommt. Dabei kann es nicht im Interesse der Eigentümer sein, dass langjährige Mieter ausziehen, weil es zu teuer wird, oder sich nach einer Geschäftsaufgabe kein Nachfolger findet. So gehen Einnahmen für Monate verloren.

Auch dem Stadtbild tut Leerstand nie gut. Wenn Loch neben Loch klafft, ist das wenig einladend. Kurzzeitmieter wie Pop-up-Stores in Kiel sind sicherlich ein gutes Mittel, um zeitweise Lücken zu schließen. Eine Lösung sind sie aber nicht. Je weniger langfristig geboten wird, desto geringer ist die Anziehungskraft für Kunden. Hausbesitzer täten deswegen gut daran, bei Preisverhandlungen Augenmaß zu behalten, sonst veröden Innenstädte und die Mieten sinken weiter.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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Ladenmieten
Foto: Nur ein Beispiel für Leerstand in der Kieler Innenstadt: Der ehemalige Standort von H&M in der Holstenstraße.

Laut Berechnungen des Immobilien-Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle sanken Mieten für Läden im vergangenen Jahr im Schnitt um 2,6 Prozent im Vergleich zu 2016. Betrachtet wurden Preise in insgesamt 185 deutschen Städten – darunter Kiel, Neumünster, Lübeck, Rendsburg, Flensburg und Elmshorn.

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