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Meinungen Anne Holbach zur katholischen Kirche
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21:18 25.09.2018
Von Anne Holbach
Anne Holbach. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein, weil sich viele junge Menschen aus Scham niemandem anvertrauten oder ihnen keiner glaubte. Und weil die Studienautoren nur auf solche Akten Zugriff hatten, die ihnen die Kirche auch zur Verfügung stellte.

Wer wie ich auf einer katholischen Schule war und früher als Messdienerin und Jugendleiterin aktiv, fragt sich unwillkürlich: Haben meine Freunde und ich einfach nur Glück gehabt? Kann ich einer Institution, die vor Missbrauchsfällen jahrelang die Augen verschlossen hat, Beschuldigte schlicht versetzte oder Taten vertuschte, noch vertrauen? In Zeiten, in denen der Kirche die Gläubigen ohnehin weglaufen, reichen reumütige Worte wie die von Kardinal Marx nicht. Die Fälle müssen ernsthaft aufgearbeitet werden und auch externe Untersuchungen zugelassen werden.

Auch das Konzept des Zölibats muss überdacht werden. Laut Studie sind es solche Strukturen, die Missbrauchsfälle begünstigen. Die Pflicht zur Ehelosigkeit und Enthaltsamkeit sorgt für unterdrückte Sexualität, die Pfarrer zu Tätern machen kann. Der verkrampfte Umgang mit Homosexualität trägt ebenso seinen Teil zum Problem bei. Wenn Kirche als moralische Instanz weiter ernst genommen werden will, muss sie Konsequenzen ziehen und den Mut haben, sich zu verändern.

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