-1 ° / -5 ° Schneeschauer

Navigation:
Florian Sötje zu Munition im Meer

Kommentar Florian Sötje zu Munition im Meer

Was über Jahrzehnte niemanden interessiert hat, kommt nun langsam an die Oberfläche. Der Meeresboden von Nord- und Ostsee ist gepflastert mit hochexplosiven Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Das bremst den Ausbau der Offshore-Windkraft. Und so wird es die nächsten Jahre bleiben.

Die Munitionsfunde sind zahlreich, die Recherchen äußerst mühsam und die Technologie zur Detektion und Räumung der Munition steckt noch in den Kinderschuhen. Umso wichtiger ist es, dass die Politik Geld für die Projekte zur Verfügung stellt.

Jeder technologische Fortschritt macht die Offshore-Windkraft günstiger für den Endverbraucher. Zudem sind an dem weiteren Bau von Windparks Arbeitsplätze gekoppelt. Doch wenn die öffentliche Hand diese Projekte unterstützt, geht es nicht nur um wirtschaftliche Aspekte. Die Erforschung der mutmaßlichen Umweltbelastung durch die vor sich hin rostende Munition gehört ebenso dazu. Denn sollten Untersuchungen zeigen, dass aus den Minen, Torpedos und Granaten austretende Schadstoffe über Fische oder Muscheln in unsere Nahrungskette gelangen, blieben die Bauarbeiten am Meeresgrund nicht das einzige Risiko für die menschliche Gesundheit.

Das Thema darf nicht weiter totgeschwiegen oder nur punktuell behandelt werden. Es geht um eine länderübergreifende, politische Aufgabe für die Zukunft. Und mit ihren Folgen ist die Munition im Meer kein Problem, das allein den Norden Deutschlands betrifft.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Meinungen 2/3