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Meinungen Frank Behling zum Landstrom in Kiel
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20:27 30.03.2018
Von Frank Behling

Wer allerdings plakativ die Steckdose für alle Schiffe fordert, sollte sich anschauen, wie komplex ein Landstromanschluss mit Umrichtern und modernster Steuerungs- und Regelungstechnik ist. In Hamburg-Altona hat so eine Anlage rund zehn Millionen Euro gekostet. Geld, das die Stadt Hamburg durch Gebühren vermutlich nicht einmal in 20 Jahren refinanzieren kann.

Für Color und Stena Line ist so ein Anschluss noch sinnvoll, denn ihre Fährschiffe machen ganzjährig jeden Tag in Kiel fest. Wobei auch hier die Kostenfrage für die Reedereien eine Rolle spielt: Landstrom kostet in Deutschland wegen der EEG-Umlage 30 Cent pro Kilowattstunde, in Norwegen, Schweden oder den Niederlanden weniger als die Hälfte.

Landstrom ist kein Allheilmittel. Große Kreuzfahrer und Fähren erleben längst einen Technologiewandel. Alle großen Reedereien planen für Nordeuropa und Nordamerika den Bau von Schiffen mit verflüssigtem Erdgas (LNG) als Treibstoff. Mit LNG wird nur ein Bruchteil der Schadstoffe ausgestoßen, die beim Marinediesel durch den Schornstein gehen. Derzeit gibt es aber in keinem deutschen Hafen eine Schiffstankstelle für LNG. Es wäre, auch für den Kieler Hafen, höchste Zeit, mehr auf LNG statt auf Landstrom zu setzen.

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