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Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Habeck und den Landwirten

Kommentar Jan von Schmidt-Phiseldeck zu Habeck und den Landwirten

Als Robert Habeck 2012 erstmals das Landwirtschaftsministerium als Nachfolger von Juliane Rumpf (CDU) übernahm, waren die Rollen zunächst schnell verteilt: hier der philosophierende Öko ohne jeden Praxisbezug, dort die Landwirte, krisenerprobte Praktiker.

Dass sich beide Seiten über die Zeit immer mehr akzeptieren und – man mag es kaum sagen – auch inhaltlich annähern, hat zwei Gründe: Habecks Pragmatismus, verbunden mit schnell erworbener Fachkompetenz, und der beschleunigte Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Nicht zuletzt in der Milchkrise zeigte sich das Dilemma auch denjenigen deutlich, die bis dahin auf Kostenvorteile allein aufgrund von Größe bauten. Habecks Vorstellungen von einer Agrarwende, die für Landwirte, Verbraucher sowie Klima- und Naturschutz gleichermaßen positive Folgen hat, hat sich in den Köpfen festgesetzt. Das Umdenken, das Zulassen neuer, auch unkonventioneller Ansichten ist mittlerweile fester Bestandteil von Verbandspolitik – geprägt von Präsident Werner Schwarz, der selbst für ihn unbequeme Wege gegangen ist, um Verbrauchern zu zeigen, wie modernes Tierwohl im Schweinestall aussehen kann.

Trotz manchmal völlig konträrer Ansätze, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen sollte, haben Habeck und Schwarz zur Versachlichung der Debatte beigetragen, Landwirten und Verbrauchern Mut gemacht. Das sollte Habecks Nachfolger fortsetzen.

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Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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