2 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Jürgen Küppers zum Y-Modell

Kommentar Jürgen Küppers zum Y-Modell

Scharen motivierter, begabter Schüler aus wohlsituierten Stadtteilen und dem Kieler Umland machen sich auf nach Mettenhof: Denn nur dort bietet das Thor-Heyerdahl-Gymnasium noch das Turbo-Abi nach acht Jahren.

Selbst wenn es wahrscheinlich so weit nicht kommt, offenbart dieses sich jetzt ausgerechnet in Mettenhof abzeichnende Alleinstellungsmerkmal eines Kieler Gymnasiums die ganze Absurdität des G8-/G9-Gezerres. Erst durfte das THG mit seinem Y-Modell als einziges Kieler Gymnasium mit Rücksicht auf die Sozialprobleme des Stadtteils neben dem Turbo- auch das Langsam-Abi anbieten. Bei der Rolle rückwärts zu G9 punktet das THG jetzt erneut, weil das (wahrscheinlich) weitergeführte Y-Modell künftig weiter G8 zulässt.

Ob das wirklich ein Wettbewerbsvorteil im Ringen um neue Schüler ist, bleibt abzuwarten. Trotzdem dürften manche Schulleiter, die diese flexiblen G8-/G9-Optionen nicht haben, neidvoll nach Mettenhof blicken. Aber so ist das eben mit bildungspolitischen Kompromissen wie dem Y-Modell, das die FDP 2010 ihrem Koalitionspartner CDU (damals glühende G8-Verfechterin) als Kompensation abgerungen hatte: Dieser Kompromiss wirkt im Rückblick wie ein Versuch, den Gymnasien die Kompetenz zuzusprechen, ihre pädagogische Ausrichtung selber zu bestimmen. Doch dieser Versuch ist an der bislang unbewiesenen Vermutung gescheitert, dass ein G9-System für alle Schulen im Norden auch das beste ist.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

Mehr aus Meinungen 2/3