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Karen Schwenke zum Einwohnermeldeamt

Kommentar Karen Schwenke zum Einwohnermeldeamt

Stellen Sie sich vor, Sie kommen um 8 Uhr morgens ins Einwohnermeldeamt, ziehen eine Nummer und werden erst um 16 Uhr aufgerufen. Was für eine Frechheit! Acht Stunden warten. Das gibt es sonst nirgends, nicht mal beim gefragtesten Arzt – nur im Kieler Rathaus.

Die durchschnittliche Wartezeit liegt dort bei drei bis vier sich zäh dahinziehenden Stunden. Da kann man wirklich von einer Servicewüste sprechen. Zugute halten muss man den Verantwortlichen, dass keiner gezwungen ist, Lebenszeit auf dem Rathausflur zu vergeuden. Termine lassen sich vereinbaren. Das funktioniert auch online und besser als in mancher Arztpraxis. Es ist also richtig, komplett auf Terminvergabe umzustellen.

Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Denn bei den Einwohnermeldestellen existiert eine Schieflage: Während sich Mitarbeiter im Rathaus mit dem massenhaften Andrang abmühen, herrscht oft zeitgleich bei ihren Kollegen in den Außenposten tote Hose. Und auch wenn niemand kommt, müssen diese Stadtteilbürgerämter und Verwaltungsstellen aus Sicherheitsgründen zu zweit besetzt sein. Irrsinn.

Vor vielen Jahren wollte die Verwaltung mit der Einrichtung der dezentralen Büros näher an den Bürger ran. Das wollen die meisten Kieler aber nicht. Ja, sie nehmen sogar unfassbare Wartezeiten in Kauf, um im Rathaus bedient zu werden. Es ist also fraglich, ob der Service an der falschen Adresse überhaupt sein muss.

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