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Ulf B. Christen zur Legalisierung von Cannabis

Kommentar Ulf B. Christen zur Legalisierung von Cannabis

In der Drogenpolitik ist ein Kurswechsel nötig. Das gilt insbesondere für weiche Drogen wie Marihuana und Hasch. Sie gehören längst auch in Schleswig-Holstein zum Alltag vieler Menschen, sind aber anders als Alkohol oder Tabak verboten.

Angesichts dieses Trends sollte sich die Politik ehrlich machen. Sie hat den Kampf gegen Cannabis längst verloren und sollte jetzt alles daran setzen, den Schaden zu begrenzen.

Eine Legalisierung würde hier gleich mehrfach helfen. Konsumenten könnten beim Kauf von Cannabis etwa in Apotheken sicher sein, dass in den Tüten genau das drin ist, was draufsteht. Diese Garantie gibt es auf dem Schwarzmarkt nicht. Dort besteht zudem das Risiko, dass derselbe Dealer auch harte Drogen wie Heroin verhökern will.

Der Bund der Kriminalbeamten setzt sich aus einem weiteren guten Grund für die Freigabe von Cannabis ein. Die Polizei muss mit großem Aufwand Jagd auch auf Otto-Normal-Kiffer machen. Sie werden so ohne Not und meist auch ohne Folgen kriminalisiert. Verfahren gegen Klein-Kiffer werden in der Regel eingestellt. Selbstschädigung ist schließlich nicht strafbar.

Eine Legalisierung sollte aber an Bedingungen geknüpft sein. Der Verkauf muss auf Volljährige und kleine Mengen begrenzt sein. Und gratis zum Stoff sollte es Info-Zettel mit den Daten von Suchtberatungsstellen geben. Denn auch ein legaler Joint gefährdet die Gesundheit und bleibt eine Droge.

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Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Schleswig-Holsteins Landesregierung will Cannabis testweise und kontrolliert freigeben. Sozialminister Heiner Garg begrüßte gegenüber KN-online ausdrücklich, dass jetzt auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) für eine Legalisierung von Cannabis eintrete.

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