Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Ulf B. Christen zur Untersuchung am UKSH
Mehr Meinungen Ulf B. Christen zur Untersuchung am UKSH
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 24.09.2015
Von Ulf B. Christen

Dieser traurige Trend zeigt zweierlei. Erstens: Das weltweit hoch gelobte Gesundheitssystem in Deutschland ist so komplex, dass Fehlabrechnungen an der Tagesordnung sind. Nach einer Schätzung der Kassen ist rund die Hälfte aller Rechnungen falsch. Die Kliniken selbst gehen davon aus, dass vielleicht fünf Prozent nicht ganz korrekt sein könnten. Dabei handelt es sich meist um fahrlässige Fehlabrechnungen. Das heißt, die Klinik hat sich im Wildwuchs des Honorarsystems schlicht vertan.

Zweitens: Das Abrechnungschaos ist zugleich ein Nährboden für Mediziner, die sich mit bewusst überhöhten Rechnungen bereichern wollen. Solche Fälle sind selten, kommen aber vor.

Die Staatsanwaltschaft Kiel ist nicht zu beneiden. Sie muss sich jetzt durch den Dschungel der Gesundheitsparagrafen wühlen und am Ende klären, ob die UKSH-Ärzte Rechnungen versehentlich falsch ausgestellt oder sie vorsätzlich frisiert haben. Bis dahin gilt auch für Halbgötter in Weiß die Unschuldsvermutung.

Unabhängig davon ist an einer Diagnose nicht zu rütteln: Das Abrechnungssystem im Gesundheitswesen ist schlichtweg krank.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Viel war am Mittwoch in Martin Winterkorns Rücktrittserklärung die Rede von Bestürzung. Damit steht der langjährige VW-Chef beileibe nicht allein da. Hunderttausende Mitarbeiter und Millionen Kunden und wohl die gesamte deutsche Industrie teilen diese Fassungslosigkeit. Nur: Im Gegensatz zum Konzernlenker dürfen sie es sich erlauben.

Lars Ruzic 23.09.2015

Es ist gerade mal eine Woche her, da reichte Ingbert Liebing der Landesregierung noch die Hand und bot seine Unterstützung bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise an. Man befinde sich in einer Ausnahmesituation, analysierte der frisch nominierte Spitzenkandidat der Union treffend, und da hätten die Bürger kein Verständnis für parteipolitisches Gezänk.

Christian Longardt 23.09.2015

Frank Bsirske musste sich zuletzt oft den Vergleich mit Goethes Zauberlehrling gefallen lassen. Die Geister, die er während des noch immer ungelösten Kita-Tarifstreits beschwor, könne er nicht mehr beherrschen, lautete der Vorwurf. Bsirskes Ergebnis bei der Wiederwahl hat gezeigt: So mancher bei Verdi teilt diese Kritik – mit 88,5 Prozent fiel der Zuspruch deutlich geringer aus als vor vier Jahren. Bsirske ahnte das.

Marina Kormbaki 23.09.2015