Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Stefanie Gollasch zur Wurstwarnung
Mehr Meinungen Stefanie Gollasch zur Wurstwarnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:56 27.10.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)

Zu viel Fett, zu viel Gepökeltes, zu viel Geräuchertes – Alarmstufe rot! Und in der nachfolgenden Weihnachtszeit wird alles noch schlimmer. Knusprige Weihnachtsplätzchen? Vorsicht, Acrylamid! Duftende Weihnachtsmarkt-Bratwurst? Achtung, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe!

Essen ist offenbar lebensgefährlich. Nichts zu essen aber definitiv auch. Wer schlägt uns Normalverbrauchern eine Schneise durch den Dschungel von immer neuen Warnungen und Empfehlungen, wer hilft bei der Unterscheidung zwischen „bösen“ und „guten“ Lebensmitteln? Und wo bleibt angesichts solcher Bedrohungen der Genuss, die Freude an gutem Essen?

Der Versuch, möglichst viel richtig zu machen, treibt viele früher oder später in den Biosupermarkt. Doch was ist von dem Brustfilet eines angeblich glücklichen Freilandhuhns zu halten, nachdem es ein paar Tage unter einer Plastikfolie voller Weichmacher steckte? Oft verkaufen Anbieter nur noch die Illusion eines gesunden Stücks Fleisch. Genau dafür zahlt der Biokunde gern einen Euro mehr und erkauft sich so vor allem ein gutes Gewissen: Ablasshandel im dritten Jahrtausend.

Die meisten Deutschen verfahren beim Thema gefährliche Lebensmittel so wie bei den meisten Gesundheitsrisiken: Sie ignorieren sie einfach. Wie sonst wäre zu erklären, dass die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland mit 40 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind? Eigentlich müsste jeder wissen, dass Übergewicht schädlich ist, dass mangelnde Bewegung, zu viel Tabak und Alkohol nachweislich lebensverkürzend wirken. Aber es ist eben auch zutiefst menschlich, ein drohendes Risiko so lange wie möglich beiseite zu schieben.

„Allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei“ – diese mehr als 500 Jahre alte Erkenntnis des Arztes Paracelsus hat bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Auch die Weltgesundheitsorganisation rät keineswegs generell von Fleisch und Wurst ab. Geräucherter Schinken oder kross Gegrilltes müssen keineswegs komplett vom Speiseplan gestrichen werden.

Die Zauberformel heißt: mit Augenmaß agieren. Wer mit Bedacht und Genuss isst, sich Zeit für seine Mahlzeiten nimmt und vor allem nicht vergisst, sich im Gegenzug auch ausreichend zu bewegen und frisches Obst und Gemüse zu essen, macht schon ziemlich viel richtig. Und muss sich dann auch nicht bei jedem Bissen fragen, welche schädliche Substanz er sich nun schon wieder einverleibt hat.

Von Stefanie Gollasch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Man kann es sich leicht machen und behaupten: Die Polen sind Jaroslaw Kaczynski auf den Leim gegangen. In Teilen trifft das sogar zu. Bis in linke und liberale Kreise hinein herrschte vor der Wahl die Meinung vor, der rechtspopulistische Scharfmacher vergangener Tage sei mit seinen 66 Jahren irgendwie altersmilde geworden.

KN-online (Kieler Nachrichten) 26.10.2015

Die Vorwürfe, denen sich Kristin Alheit in der Friesenhof-Affäre ausgesetzt sah, waren alles andere als schmeichelhaft: Als Politikerin sei die SPD-Frau ein solches Leichtgewicht, dass man sie in hochemotionalen Fragen wie Jugendschutz und Heimaufsicht nicht ernstzunehmen brauche. Und als Ressortchefin habe sie ihren eigenen Laden nicht im Griff. Nun: Seit Montag ist die Sozialministerin zurück auf der Bühne.

Christian Hiersemenzel 26.10.2015

Das Amt Berkenthin hat Fakten geschaffen: Der in einer Nacht- und Nebelaktion eingefädelte Kauf des Disco-Grundstücks in Rondeshagen hat das Innenministerium eiskalt erwischt. Die Konsequenz: Das Land kann sämtliche Pläne für die so dringend benötigte Erstaufnahme-Einrichtung in der Gemeinde durch den Schredder jagen.

Bastian Modrow 26.10.2015