Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Christian Longardt: Dies ist Ihre Zeitung
Mehr Meinungen Christian Longardt: Dies ist Ihre Zeitung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 31.10.2015
Von Christian Longardt
Anzeige

Als wir vor fünf Monaten zum ersten Mal im neuen Design erschienen, haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit Lob und Kritik nicht gespart. Die Reaktionen reichten von Begeisterung bis zu blankem Entsetzen, von einer Eins mit Sternchen bis zur glatten Sechs. Ganz ehrlich: Damit hatten wir gerechnet. Doch egal wie die Bewertung auch ausfiel, bei allen Gesprächen und fast jeder Zuschrift haben wir gespürt, wie viel Ihnen die Zeitung, Ihre Zeitung bedeutet. Und das hat uns mächtig gefreut.

Wie viele Experten haben unserer Branche schon das Ende prophezeit, wie viele kluge Köpfe orakelt, das gedruckte Blatt habe angesichts der digitalen Revolution nur noch eine geringe Restlaufzeit? Da war es eine Wohltat zu hören, dass wir bei vielen von Ihnen weiterhin zur Familie gehören. Dass Zeitung lesen eben mehr ist als die Aufnahme von Informationen – immer wieder ließ man uns wissen, dass das Produkt unserer Arbeit, gedruckt oder als ePaper, auch im 21. Jahrhundert für viele Menschen ganz fest zum Tagesablauf gehört. Ein lieb gewordenes Ritual, eine Ruhezone in einer Zeit, in der sich alles schneller und schneller dreht.

In lebhafter Erinnerung ist mir der Leser geblieben, der erzählte, er schlafe immer ein wenig länger, während seine Frau schon zum Postkasten schleicht und beim Kaffee das Blatt studiert. Dann faltet sie die Seiten fein säuberlich zusammen und legt sie dem Liebsten im Ehebett aufs Kissen. Der räkelt sich irgendwann, tastet sich zum Blatt und beginnt zu lesen. Erst Hägar, dann Sudoku, in dieser Reihenfolge.

Ja, die Rätsel! Wie vielen von Ihnen das Raten wichtig ist, war eine große Überraschung. Als das Querdenker-Rätsel auf den Donnerstag verschoben wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los. Für andere war ein Blatt ganz ohne Schach und Bridge unvorstellbar. Und dann natürlich das Wetter: Die kleine Sonne kam nach Protesten schnell zurück auf die Titelseite. Was blieb, war die vielstimmige Frage: Was soll bloß das Wetter im Sportteil?

Liebe Leserinnen und Leser, es hat ein wenig gedauert, aber mit der heutigen Ausgabe liegt der Beweis auf dem Frühstückstisch: Wir sind lernfähig; wir haben uns Ihre Kritik zu Herzen genommen.

Von heute an steht der Wetterbericht auf den Schleswig-Holstein-Seiten. Am Rate-Sonnabend („Da haben wir doch Zeit zum Rätseln“) gibt es wie früher eine ganze Seite, mit dem heiß geliebten Querdenker. Bridge und Schach feiern immer donnerstags ihr Comeback. Und bei der Gelegenheit erfüllen wir noch zwei weitere oft genannte Wünsche: Das Fernsehprogramm findet sich jetzt wieder auf einem Buchrücken – täglich am Ende des Sportteils. In den KN-Lokalausgaben außerhalb Kiels steht zur besseren Orientierung wieder im Seitenkopf, aus welchen Orten jeweils berichtet wird.

Die Blattrenovierung war fällig, dabei bleibt es. Aber wir haben noch einmal umgebaut, einige Möbel zurück ins Wohnzimmer gestellt. Damit sie sich zu Hause fühlen in Ihrer Zeitung.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Schatten des Flüchtlingsstroms bauen organisierte Einbrecherbanden ihre Strukturen aus und missbrauchen die aktuelle Lage für ihre kriminellen Zwecke. Das ist eine bittere Wahrheit im Oktober 2015. Es gibt mindestens ein Netzwerk, dessen Mitglieder vorwiegend frisch registrierte Asylbewerber sind. Und mancher wird gar erst zum Asylbewerber, nachdem er bei der Polizei als Straftäter aufgefallen ist.

Christian Hiersemenzel 31.10.2015

Das Gerede von der unpolitischen „Null-Bock-Generation“ stimmt schon längst nicht mehr. Wenn es um Umweltschutz oder – ganz aktuell – um das Thema Flüchtlinge geht, ist die Bereitschaft, sich zu engagieren, riesengroß. Aber Kommunalpolitik?

Alev Doğan 29.10.2015

Die „Costa Concordia“ ist nicht verunglückt, weil die Technik an Bord veraltet war. Und die Reederei Costa ist ein Traditionsunternehmen, das die besten Seeleute Italiens beschäftigt. Dennoch hat ihr Image an jenem Abend im Januar 2012 vor Giglio tiefe Schrammen bekommen.

Frank Behling 29.10.2015
Anzeige