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Martina Drexler zur Initiative für Wohnungsbau

Kommentar Martina Drexler zur Initiative für Wohnungsbau

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, als ob die flächenarme Stadt Kiel dabei ist, die Quadratur des Kreises zu versuchen. Seit 2015 kämpft sie unter Führung von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer darum, dem wachsenden Bedarf an Wohnungen nachzukommen, indem sie an mehreren Stellschrauben gleichzeitig dreht, um den Bau nach viel zu vielen Jahren des Stillstands anzukurbeln.

Vieles mit Erfolg: Seit der Wiedervereinigung wurden noch nie so viele Wohnungen genehmigt, geplant und bereits fertig gestellt. Und trotzdem reicht es hinten und vorne nicht. Prognosen sind zwar immer mit Vorsicht zu genießen, aber zumindest in den nächsten Jahren dürften immer mehr Menschen nach Kiel strömen wollen.

Der Zuwachs belegt die steigende Attraktivität der Landeshauptstadt. Eigentlich ein Riesen-Gewinn, wenn sie den potenziellen Neubürgern auch ein bezahlbares, neues Zuhause anbieten kann. So sinnvoll die weitere Initiative ist, Lücken zu schließen oder in die Höhe zu bauen, ist sie auch ein Ausdruck dafür, wie nahe das Ende der Fahnenstange ist. Viel mehr kann die Stadt nicht mehr tun, als selbst zu bauen, Verfahren zu beschleunigen, sich mit allen Akteuren abzustimmen und potenzielle Wohnflächen zu erschließen. ohne ganze Areale zuzupflastern. All das aber braucht Zeit, Geld, mehr Personal, vor allem aber Kooperationen mit dem Umland und Geduld. Denn es fehlen nicht nur Flächen, es fehlen angesichts des Baubooms auch die Firmen und Fachkräfte, die die Projekte zügig umsetzen könnten.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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