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Meinungen Michael Kluth zur Flüchtlingskriminalität
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07:00 23.10.2015
Von Michael Kluth

Nein, es ist nicht überraschend, dass es unter den vielen Flüchtlingen in Schleswig-Holstein auch zu strafrechtlich relevanten Erscheinungen kommt, von der nervösen Rangelei in der Schlange vor der Essensausgabe bis zur schweren Vergewaltigung, vom Taschendiebstahl bis zur Körperverletzung. Es ist nicht einmal alarmierend. Es ist normal. Straftäter müssen verfolgt und verurteilt werden, auch das ist normal, egal woher sie kommen.

Nicht normal, sondern alarmierend ist es hingegen, wenn die Polizei solche Fälle über lange Zeit unveröffentlicht lässt. Wenn an einem Tag zwar drei abgebrochene Außenspiegel an geparkten Autos im Polizeibericht stehen, nicht aber ein körperlicher Angriff eines Afghanen auf seine Frau in einer Innenstadt vom selben Tag. Erst seit dem 1. September 2015 gibt es in der Landespolizei überhaupt die „Lagebilder Flüchtlingsthematik“, bekannt geworden ist daraus bislang – nichts. Egal ob aus vorauseilendem Gehorsam oder von oben verordnet: Verschweigen ist falsch und fatal.

Erst im Schatten solcher Geheimniskrämerei gedeihen dunkle Gerüchte und falsche Verdächtigungen. Ein Beispiel: Der gezielten Falschbehauptung von Ausländerfeinden, es komme in Supermärkten und Tankstellen in der Nachbarschaft von Erstaufnahmeeinrichtungen massenhaft zu Ladendiebstählen, könnten Polizei und Politik mit einer tatsächlichen Diebstahlstatistik begegnen – und die Lüge widerlegen. Bleiben die Zahlen unter dem Deckel, blühen erst die Spekulationen und der Glaube an jedes Gerücht.

Unter den Menschen, die derzeit zu uns kommen, gibt es viele erschütternde Fluchtschicksale – und es gibt auch einige afrikanische Drogenhändler. Es ist die ganze Bandbreite. Nein, es kommen nicht massenhaft mordende und brandschatzende Verbrecherbanden ins Land, und niemand, der bei Verstand ist, wird das annehmen, nur weil die Polizei eine ehrliche und tatsächliche Statistik vorlegt – im Gegenteil. Ein ehrlicher Blick auf das, was ist, wird Ängste eher nehmen als schüren. Er wird womöglich sogar den Gedanken an die Ursachen von Flüchtlingskriminalität nahelegen: Wo Menschen unter äußerster nervlicher Anspannung in der Fremde auf engem Raum zusammenleben, kommt es vielleicht leichter zu Übergriffen als in ruhigen, geregelten Verhältnissen.

Der Mut zur Realität hat sich in Polizei und Politik offenbar noch nicht hinreichend durchgesetzt. Noch am Donnerstagnachmittag ist unsere Redaktion aus der Landespolizei heraus aufgefordert worden, auf eine Berichterstattung über die „Lagebilder Flüchtlingsthematik“ zu verzichten. Begründung: „Sie zündeln!“ Das sehen wir anders.

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