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Meinungen Niklas Wieczorek zu Bodycams für Polizei
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22:46 14.06.2018
Von Niklas Wieczorek
Niklas Wieczorek Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Wer für alle offensichtlich gefilmt wird, attackiert vielleicht keine Einsatzkraft, und zur Aufklärung kann so eine Aufnahme auch im Nachhinein eingesetzt werden, so das Kalkül der Landespolizei zum Start der Pilotphase. Kann das gelingen?

Ja, aber nur unter einigen Bedingungen: Der Einsatz muss fair erfolgen. Die genaue Kennzeichnung, von wem und wann gefilmt wird, ist entscheidend. Das Speichern der Daten muss außerdem verhältnismäßig sein. Gibt es keinen strafrechtlich relevanten Konflikt, muss das Videomaterial schnellstmöglich verschwinden. Hat – vor allem der unbescholtene – Bürger das Gefühl, überwacht zu werden, können sich ganz schnell negative Stimmungen gegen die Polizei aufschaukeln. Die Behörde hat mit der engen Einbindung der Landesdatenschützer den richtigen Schritt getan, um sich externe Expertise zu holen. Das ist vorbildlich.

Vorbildlich muss jetzt aber auch der Einsatz zur Testphase auf der Straße sein. Schon die moderierenden Worte des Beamten zum Einschalten der Kamera können die Richtung vorgeben: Tritt er als Bürgerpolizist auf, der mit der Aufnahme auch eine nachträgliche Kontrolle des eigenen Handelns ermöglicht? Oder wird das Filmen so bedrohend eingesetzt, dass es Aggressionen sogar noch schürt? Schon ab heute auf der Kieler Woche können wir als Bürger diesen Test miterleben. Live und in Farbe.

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