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Meinungen Ruth Bender zum Literaturnobelpreis
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22:02 08.10.2015
Von Ruth Bender

Sie alle setzten auf die Schriftstellerin und Dissidentin aus Weißrussland. Eine Wahl, die literarisch wie politisch Maßstäbe setzt.

Sie wolle dem wirklichen Leben so nahe wie möglich kommen, hat Swetlana Alexijewitsch einmal gesagt. Und wie die heute 67-Jährige in den Neunzigern in „Zinkjungen“ oder „Seht mal wie ihr lebt“ den Afghanistan-Krieg und den Zerfall der Sowjetunion dokumentierte, wie sie Interviews mit Zeitzeugen jenseits traditioneller literarischer Genres so zu Chören collagierte, dass sich die Realität in ihren Büchern mit der Wucht antiker Dramen entfaltete – das war und ist eine Art der Dokumentarliteratur, die bislang eher selten für preiswürdig befunden wurde. Schon das macht die Auszeichnung bemerkenswert.

Darüber hinaus aber lässt sich die Entscheidung in Stockholm auch ganz politisch als Botschaft an Weißrussland lesen, wo am Wochenende gewählt wird – vermutlich mit einem Ergebnis, das Präsident Lukaschenko ein weiteres Mal im Amt bestätigt. Die weißrussische Opposition aber darf sich durch die Entscheidung gestärkt fühlen. Auch das macht Swetlana Alexijewitsch zu einer glänzenden Wahl.

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Die Pläne für Flüchtlingslager in Schleswig-Holstein kommen auf den ersten Blick nicht von dieser Welt. Auf den zweiten Blick wird aber sehr schnell klar, dass Innenminister Stefan Studt die richtigen Folgerungen aus der realen Lage zieht. Auch der SPD-Politiker weiß nicht, wie viele Menschen in den nächsten Monaten noch nach Schleswig-Holstein flüchten und ob es für sie genügend Quartiere gibt.

Ulf B. Christen 08.10.2015

Wenn jemand eine Feier plant, gibt es Grundregeln: Gewisse Verwandte oder Freunde müssen einfach eingeladen werden, das Verpflegungsangebot sollte aufgrund moderner Essgewohnheiten Vegetarier nicht verärgern, und mit Getränken sollte man nicht knausern.

Gerhard Müller 08.10.2015

Nein, nicht alle Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind Ärzte oder anderweitig hochqualifizierte Leute. Es sind auch viele darunter, die ohne Ausbildung oder sogar ohne Schulbildung kommen, weil sie dazu keine Chance bekommen haben. Das macht die Integration in den Arbeitsmarkt erheblich schwieriger und teurer. Unmöglich ist sie nicht, wenn man aus den Fehlern der Vergangenheit lernt.

Heike Stüben 08.10.2015
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