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Ulf B. Christen zu den Kosten für G9

Kommentar Ulf B. Christen zu den Kosten für G9

Der Frust der Kommunen über die Rückkehr zum Langsam-Abi G9 ist verständlich. Die Jamaika-Regierung möchte das erst 2008 eingeführte Turbo-Abi möglichst flächendeckend abschaffen und hat bisher keine Zusagen über die Finanzierung getroffen.

Das passt nicht zu dem in der Landesverfassung verankerten Konnexitätsprinzip. Wer ein anderes Abi-Modell bestellt, muss es auch bezahlen. Vielen Städten geht es schließlich schlechter als dem Land.

Die Landesregierung wird am Ende nicht darum herumkommen, den Kommunen zumindest die nachweisbaren Kosten für mehr Schulräume zu erstatten. Der Scheck dürfte allerdings erst ausgestellt werden, wenn die künftigen G9-Gymnasiasten wirklich ihr Zusatzjahr in den Schulen absolvieren, also zum Schuljahr 2026/27. Für die Städte und Gemeinden ist das ein schwacher Trost. Sie fürchten zu Recht, dass bereits 2018 deutlich mehr Eltern als bisher ihre Kinder auf die Gymnasien schicken und es damit in den teuer auf- und ausgebauten Gemeinschaftsschulen Leerstände gibt.

Genau diese Entwicklung ist allen Beteuerungen des Schulministeriums zum Trotz politisch gewollt. Die CDU hatte die populäre G9-Offensive Anfang des Jahres nicht nur aus wahltaktischen Gründen gestartet, sondern auch, um die wegen G8 schwächelnden Gymnasien zu stärken und den von der SPD gehätschelten G9-Gemeinschaftsschulen das Wasser abzugraben.

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