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Meinungen Ulf B. Christen zur Wahl des CDU-Chefs
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07:00 03.12.2018
Von Ulf B. Christen
Ulf B. Christen kommentiert die Wahl zur neuen CDU-Bundesspitze. Quelle: ulf: Ulf Dahl
Kiel

Der starke Rückenwind aus der Nord-CDU für Annegret Kramp-Karrenbauer ist auf den ersten Blick überraschend. Schließlich ist die Union in Schleswig-Holstein in weiten Teilen immer noch strukturkonservativ, übrigens in Städten wie Kiel und dem Hamburger Speckgürtel stärker als auf dem flachen Land. Normalerweise müsste also der Rechtsausleger Friedrich Merz ein halbes Heimspiel haben.

Auf den zweiten Blick wundert es nicht, dass fast zwei Drittel der Delegierten AKK favorisieren. In der Delegation geben Berufspolitiker den Ton an. Sie sehen in Kramp-Karrenbauer eine Garantin für eine mittige Politik, die bei Wählern ankommt, die die Unionstür zu den Grünen nicht versperrt und damit auch künftig Macht wie Mandate verspricht. Diese Kopf-Argumente wiegen schwerer als der Herzenswunsch vieler ehrenamtlicher Basis-Christdemokraten nach einem klaren, konservativen Merz-Profil.

Hinzu kommt eine in der Nord-Union besonders ausgeprägte Bereitschaft, dem Kurs eines erfolgreichen Parteichefs und Ministerpräsidenten zu folgen. Daniel Günther hält sich zwar noch bedeckt. In der CDU weiß aber jeder, dass er mit Kopf und Herz AKK-Fan ist. Das diszipliniert und sorgt zumindest dafür, dass einige Merz-Anhänger sich nicht öffentlich outen.

Über einen weiteren Grund wird nur in Hinterzimmern gesprochen. Merz hat nicht nur eine lange Auszeit genommen, sondern abseits der Politik Millionen verdient – und das in der Wirtschafts- und Finanzbranche. Selbst wenn alles rechtens war, ist so viel Reichtum bei so wenig Arbeit kaum zu vermitteln. Merz könnte so gesehen zum Opfer seinen Erfolgs werden.

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