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Ulrich Metschies zum Fachkräftemangel

Kommentar Ulrich Metschies zum Fachkräftemangel

Mehr als die Hälfte der Unternehmen in Schleswig-Holstein will 2018 Arbeitsplätze schaffen. Das ist eine Nachricht, über die man sich freuen kann.

Doch die Wirtschaftsumfrage von Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung dokumentiert auch, dass der Fachkräftemangel – obwohl das Thema schon viele Jahre auf dem Tisch liegt – für die Unternehmen eine Gefahr darstellt. Kaum eine Antwort, in der die Suche nach passendem Personal nicht als Herausforderung für die Zukunft genannt wird. Manche Firmen deuten die Schwierigkeiten nur zaghaft an, viele jedoch bringen die Dramatik knallhart auf den Punkt; so wie der Lokhersteller Vossloh, der sich sogar mit dem Gedanken trägt, Bereiche aus Kiel zu verlagern – obwohl er hier gerade erst eine der modernsten Lok-Fabriken Europas bezogen hat.

Die Frage ist: An wen richten sich solche Botschaften, die man auch als Drohung empfinden kann? Der Fachkräftemangel ist kein Phänomen, das sich von Politikern oder Arbeitsmarktgurus wegzaubern ließe. Es fehlen Spezialisten, weil sich lange Zeit Versäumnisse in Bildung und Ausbildung aufgestaut haben. Die Verantwortung tragen viele: Betriebe, die Ausbildung auf Sparflamme betreiben, ein Bildungssystem, das zu viel auf Hochschultauglichkeit setzt und zu wenig auf Ausbildungsreife, aber auch eine Gesellschaft, die es akzeptiert, dass das Verhältnis von Bezahlung und Leistung in manchen Berufen mit Gerechtigkeit wenig zu tun hat.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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