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Meinungen Ulrich Metschies zum Fachkräftemangel
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09:00 02.01.2018
Von Ulrich Metschies
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Doch die Wirtschaftsumfrage von Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung dokumentiert auch, dass der Fachkräftemangel – obwohl das Thema schon viele Jahre auf dem Tisch liegt – für die Unternehmen eine Gefahr darstellt. Kaum eine Antwort, in der die Suche nach passendem Personal nicht als Herausforderung für die Zukunft genannt wird. Manche Firmen deuten die Schwierigkeiten nur zaghaft an, viele jedoch bringen die Dramatik knallhart auf den Punkt; so wie der Lokhersteller Vossloh, der sich sogar mit dem Gedanken trägt, Bereiche aus Kiel zu verlagern – obwohl er hier gerade erst eine der modernsten Lok-Fabriken Europas bezogen hat.

Die Frage ist: An wen richten sich solche Botschaften, die man auch als Drohung empfinden kann? Der Fachkräftemangel ist kein Phänomen, das sich von Politikern oder Arbeitsmarktgurus wegzaubern ließe. Es fehlen Spezialisten, weil sich lange Zeit Versäumnisse in Bildung und Ausbildung aufgestaut haben. Die Verantwortung tragen viele: Betriebe, die Ausbildung auf Sparflamme betreiben, ein Bildungssystem, das zu viel auf Hochschultauglichkeit setzt und zu wenig auf Ausbildungsreife, aber auch eine Gesellschaft, die es akzeptiert, dass das Verhältnis von Bezahlung und Leistung in manchen Berufen mit Gerechtigkeit wenig zu tun hat.

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Gerecht oder ungerecht? Sinnvoll oder überflüssig? Der jahrzehntelange Streit um die IHK-Pflichtmitgliedschaft von Unternehmen hat nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ein bisschen an Wucht verloren, die Kritik an den teilweise erklecklichen Beiträgen aber bleibt.

Jan von Schmidt-Phiseldeck 01.01.2018

Die Debatte, ob früher alles besser war, ist müßig, sie endet häufig im Jammertal. Dennoch gilt, was der amerikanische Philosoph George Santayana einmal gesagt hat: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“

Gerhard Müller 31.12.2017

Ja, mit dieser Aussage kann man sich unbeliebt machen, aber: Wer beim zu schnellen Fahren geblitzt wird, der zahlt seine Strafe zurecht. Denn auch in Schleswig-Holstein werden Blitzsäulen und mobile Geräte dort aufgebaut, wo es keine zu große Einschränkung der Lebensqualität bedeutet, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten.

Niklas Wieczorek 30.12.2017
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