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Ulrich Metschies zum Breitbandausbau

Kommentar Ulrich Metschies zum Breitbandausbau

Breitbandausbau ist wie Langstreckenlauf: Richtig mühsam wird’s auf den letzten Metern. Weil das Verbuddeln von Kabeln eine teure Angelegenheit ist, und das Geld ja irgendwie wieder reinkommen muss, treibt Marktführer Telekom diese Zukunftstechnologie vor allem in den Städten voran.

Die Folge: Statt über gut ausgebaute Datenautobahnen zu brausen, holpern auf dem Land noch immer Millionen Haushalte und Unternehmen auf digitalen Trampelpfaden durchs Netz. Ja, Schleswig-Holstein steht mit einer Glasfaserquote von über 30 Prozent im Bundesvergleich super da. Doch was hat man davon, wem man zwischen Niesgrau und Medelby von Digitalisierung träumt?

Längst hat sich herumgesprochen, dass der Zugang zu schnellem Internet als Standortfaktor so wichtig ist wie eine gute Verkehrsanbindung. Umso entscheidender, dass die Akteure nicht mehr länger ihr eigenes Süppchen kochen – oder der Konkurrenz sogar hineinspucken – sondern das große Ziel gemeinsam ins Visier nehmen. Dass der Platzhirsch Telekom beim neuen Landesbündnis für Breitbandausbau mit am Tisch sitzt, ist ein wichtiges Signal. Bewegen wird sich aber erst etwas, wenn sich die Akteure auf eine gemeinsame Strategie verständigen, die Hemmnisse beim Ausbau glasklar identifizieren und intelligente Lösungen erarbeiten. Dabei muss es auch um finanzielle Anreize gehen. Denn auf den letzten Metern wird’s beim Breitbandausbau nicht nur anstrengend, sondern auch teuer.

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Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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