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Meinungen Ulrich Metschies zum Düsseldorfer Raucher-Urteil
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum Düsseldorfer Raucher-Urteil
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09:56 01.08.2013
Von Ulrich Metschies

Zwar sagen die Düsseldorfer Richter, dass der Vermieter eines Mehrparteienhauses es nicht dulden müsse, dass Zigarettenrauch im Treppenhaus zu einer „unzumutbaren und unerträglichen Geruchsbelästigung“ führe. Doch den Nachweis, dass die Beeinträchtigung in diesem Fall auch so unerträglich ist, musste die Vermieterin gar nicht führen, weil Adolfs Anwältin diese Darstellung erst viel zu spät in Frage gestellt hatte – ein Juristenpatzer also.

Grundsätzlich müssen Raucher natürlich mit Kündigung rechnen, wenn ihr Verhalten andere unzumutbar beeinträchtigt, anders kann eine Mietergemeinschaft nicht funktionieren. Doch eben diese Unzumutbarkeit dürfte nur in extrem wenig Fällen wirklich belegbar sein. Vieles spricht dafür, dass sich im Fall Adolfs Bockigkeit und Ignoranz auf beiden Seiten so hochgeschaukelt haben, dass man vor dem Richter landete. Warum reduziert Adolfs den häuslichen Zigarettenkonsum nicht ein wenig? Warum spendierte ihm die Vermieterin nicht eine dichte Wohnungstür? Mit etwas Rücksicht hätten sich beide Seiten viel Stress ersparen können.

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