Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Meinungen Ulrich Metschies zum Stromausfall
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum Stromausfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:53 16.05.2018
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies ist Wirtschaftsredakteur der Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Während jenseits des Atlantiks Blackouts häufiger vorkommen, gehört Deutschland, und hier insbesondere der Norden, zu den Musterknaben beim Thema Versorgungssicherheit.

Doch der gute Wert von durchschnittlich weniger als neun Minuten Strom-Ausfallzeit (2016) dürfte in diesem Jahr deutlich übertroffen werden. Eine ganze Stadt stundenlang ohne Elektrizität, das hat es in Schleswig-Holstein gefühlt seit ewigen Zeiten nicht gegeben. Der Blackout von Lübeck ist das, was Netztechniker ein „Ereignis“ nennen: Wenn sich durch einen fatalen Schaltfehler schlagartig eine Stadt mit 190000 Anschlüssen als Verbraucher aus dem landesweiten Netz verabschiedet, dann kann das Folgen haben, die bis an die dänische Grenze zu spüren sind – so wie vor zehn Jahren bei der Zwangsabschaltung des Atomkraftwerkes Krümmel. Wäre es dem Betreiber SH Netz nicht gelungen, sein Netz schnell zu stabilisieren, hätte vielleicht auch Kiel Ausläufer zu spüren bekommen. So kann man sagen: Gut gemacht!

Dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl, weil diese Super-Panne unsere Abhängigkeit vom Strom deutlich macht. Mit Investitionen in redundante Systeme und selbstlernende Algorithmen, die vor Ausfällen warnen, lässt sich das Risiko verringern. Auf Null werden wir es nie bringen.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Steuerprognose für Schleswig-Holstein könnte kaum besser ausfallen. In den nächsten fünf Jahren sollen die Einnahmen nicht nur um 1,5 Milliarden, sondern sogar um 2,3 Milliarden Euro steigen.

Ulf B. Christen 16.05.2018

„Streng dich einfach mehr an!“ Das haben Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche vermutlich schon öfter gehört.

Stephan Ures 16.05.2018

Die Kommunalaufsicht hat im Fall Wichmann wie erwartet geurteilt – unabhängig und mit dem nötigen Abstand. Dabei wird deutlich: Die dicksten Brocken der Anklage sind nicht zu halten, lediglich ein Punkt bleibt.

Lutz Timm 16.05.2018