Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Studium & Beruf Permanente Videoüberwachung von Arbeitnehmern ist verboten
Mehr Studium & Beruf Permanente Videoüberwachung von Arbeitnehmern ist verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:03 12.01.2018
Arbeitgeber dürfen ihre Mitarbeiter nicht rund um die Uhr mit einer videokamera überwachen. Auch bei einem Fehlverhalten sind die Aufnahmen nicht als Beweis zugelassen. Quelle: Lukas Schulze/dpa
Anzeige
Hamm

Arbeitgeber dürfen ihre Angestellten zwar unter bestimmten Umständen per Videokamera überwachen. Allerdings gibt es dafür strenge Regeln und Voraussetzungen.

Eine Kontrolle rund um die Uhr und ohne Anlass ist zum Beispiel verboten. Das geht aus einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm (Az.: 11 Sa 858/16) hervor, über das der "Rechtsprechungs-Report Arbeitsrecht" (Ausgabe 1/2018) der "Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht" berichtet.

Im verhandelten Fall ging es um eine Verkäuferin in einem Ladenlokal, der vom Arbeitgeber gekündigt worden war. Zur Begründung der Kündigung hieß es, bei einer Auswertung von Videoaufnahmen sei die Frau bei Pflichtverletzungen erwischt worden, unter anderem beim Einstecken von Einnahmen, bei der Mitnahme von Waren oder beim Ausfüllen von Rubbellosen, ohne dafür zu bezahlen. Deshalb verlangte der Arbeitgeber auch Schadenersatz in Höhe von knapp 10 000 Euro. Umgekehrt forderte die Frau noch knapp 1000 Euro ausstehenden Lohn.

Und das Gericht gab der Frau Recht. Denn erstens habe der Arbeitgeber mit Hilfe der Videoaufnahmen kein Fehlverhalten nachweisen können, das die geforderte Summe rechtfertigt. Und zweitens habe er die Aufnahmen ohnehin nicht zur Beweisführung verwenden dürfen.

Theoretisch ist es zwar erlaubt, Beschäftigte zu überwachen, so das Gericht. Eine permanente Totalüberwachung verletze allerdings den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Außerdem muss es dafür schon vorher einen konkreten Verdacht geben, und der Arbeitgeber muss die Aufnahmen innerhalb von ein bis zwei Tagen auswerten und wieder löschen - und nicht wie in diesem Fall erst nach mehreren Monaten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auch Hautkrebs, Muskelkrämpfe oder Eierstockkrebs gelten jetzt als Berufskrankheit. Da die Liste der anerkannten Berufskrankheiten länger geworden ist, registrieren die Behörden auch deutlich mehr Fälle.

11.01.2018

Die Universität Chemnitz, die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden und die Technische Hochschule Köln bieten zu kommendem Sommer- und Wintersemester neue Studiengänge. In Chemnitz wird es künftig wieder einen Diplomstudiengang in Mathematik geben.

11.01.2018

Nach der Schulzeit beginnt das Berufsleben. Viele Jugendliche wissen jedoch nicht, in welchem Feld sie später arbeiten wollen. Zur besseren Orientierung hat die Arbeitsagentur für sie eine Informationsseite entwickelt - unter anderem mit Erfahrungsberichten.

11.01.2018
Anzeige