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Hamburg Jetzt sind die Motorräder dran
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22:12 27.09.2018
Die Kontrollgruppe "Autoposer" der Polizei Hamburg zog nach einem Jahr Bilanz. Nach den Autos kommen jetzt die Motorräder dran. Quelle: Georg Wendt/dpa
Hamburg

Ein Jahr nach ihrer Gründung geht die Kontrollgruppe «Autoposer» der Hamburger Polizei nun auch gegen lärmende Motorradfahrer vor. «Demnächst werden wir uns verstärkt um laute Motorräder kümmern», sagte der Leiter der Kontrollgruppe, Tobias Hänsch, am Donnerstag.

Die Beamten präsentierten zwei bereits sichergestellte Zweiräder. Eine am Mittwoch kontrollierte Harley Davidson mit Beiwagen sei viermal so laut wie erlaubt. An dem Motorrad seien viele Teile ungenehmigt verändert worden.

Auch eine Kawasaki fiel der Kontrollgruppe auf. Sie sei 120 Dezibel laut gewesen, was in etwa dem Lärm eines Düsenjets entspricht. Für das neue Aufgabenfeld hätten die Beamten erst geschult werden müssen, hieß es.

Polizei Hamburg führte 2835 Kontrollen durch

Die Kontrollgruppe war am 1. September 2017 gegründet worden. Seitdem haben die 13 Beamten, die stets in zivil mit einem Messwagen im Einsatz sind, 2835 Fahrzeuge überprüft. Bei 775 Wagen war die Betriebserlaubnis aufgrund technischer Veränderungen erloschen.

Hamburg will die Poser-Kontrollen verschärfen. Sollte Schleswig-Holstein nachziehen?

Ein Jahr nach ihrer Gründung geht die Kontrollgruppe «Autoposer» der Hamburger Polizei nun auch gegen lärmende Motorradfahrer vor.

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340 Autos wurden sichergestellt, 314 Lärmverstöße festgestellt, wie die Polizei bilanzierte. 164 Fahrer waren so schnell unterwegs, dass ihnen ein Fahrverbot drohte. 33 standen unter dem Einfluss von Drogen, 16 waren alkoholisiert. Es gab 141 Strafanzeigen.

Fahranfänger fuhr 140 km/h statt 80 km/h

Erst in der Nacht zum Donnerstag kassierte die Polizei den Führerschein eines 19-Jährigen ein, der sich mit einem anderen Fahrer auf der A7 in Richtung Hannover ein Rennen geliefert hatte. Der Fahranfänger habe mit seinem Mercedes CLK in einer Baustelle auf der rechten Spur überholt, und zwar mit 140 Stundenkilometern bei erlaubten 80. Südlich des Elbtunnels sei er mit 194 km/h durch eine andere Baustelle gerast.

Die Kontrollgruppe Autoposer stellte am Mittwoch auch einen 1er BMW sicher, in den der Fahrzeugbesitzer zahlreiche Rennwagenteile eingebaut hatte. Der Halter habe sein Gefährt als «911er Killer» bezeichnet. «Ich würde es als Rakete bezeichnen», sagte Hänsch. Der Wagen sei so niedrig gelegt worden, dass die Reifen an den Radkästen schleiften.

Bei hohen Geschwindigkeiten könne es sein, «dass der Reifen einem um die Ohren fliegt». Ein großer Dodge RAM 1500 mit 5,7-Liter-Motor sei viermal so laut wie erlaubt gewesen. Der Pick-up habe viele Extras. «Was fehlt, ist ein Endschalldämpfer», sagte der Kontrollgruppen-Leiter.

Abgasanlagen wurden manipuliert

Hänsch präsentierte auch manipulierte Abgasanlagen. Versteckte Schweißnähte seien ein Hinweis darauf, dass Teile des Schalldämpfers oder Katalysators ausgebaut worden seien. In der Szene gehe der Spruch um: «Power satt statt Kat.» Wem ein lärmsteigernder Umbau zu teuer oder zu aufwendig sei, der bohre einfach Löcher in die Abgasanlage, erklärte der Beamte mit Blick auf ein rundum perforiertes Rohr. In Boliden mit mehr als 400 PS bauten die Besitzer gern X-Pipes ein, gekreuzte Abgasrohre mit großem Durchmesser. «Dann wird es wahnsinnig laut», sagte Hänsch.

Die Arbeit der Kontrollgruppe kommt bei den Hamburgern offenbar gut an. «Die Menschen sind genervt von der Lautstärke», sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Immer wieder dankten Bürger den Beamten für ihren Einsatz. Die Autoposer-Szene habe sich dagegen auf die Kontrollen eingestellt. Die Manipulationen an den Abgasanlagen würden noch besser versteckt. Die Fahrer brausten nicht mehr nur über die Reeperbahn oder die Wandsbeker Chaussee, sondern suchten sich andere Rennstrecken. Meyer appellierte an die Bürger, Hinweise auf überlaute Fahrzeuge an die Polizei zu geben.

Von dpa

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