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Hamburg Endlich: Quereinstieg in die Kita-Arbeit
Nachrichten Hamburg Endlich: Quereinstieg in die Kita-Arbeit
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20:30 30.06.2014
Von Heike Stüben
In Schleswig-Holstein können jetzt Quereinsteiger Erzieher werden. Quelle: dpa/Deck
Kiel

Hintergrund der neuen Weiterbildung ist der Rechtsanspruch auf eine Betreuung ab dem 13. Lebensmonat. 13 000 zusätzliche Betreuungsplätze hat das Land seit 2008 dafür realisiert, weitere 3000 sind in Bau oder Planung. Ohne geeignetes Personal nutzen die Plätze jedoch niemandem. 450 offene Erzieherstellen gibt es bereits, in den Arbeitsagenturen rechnet man mit einem weiteren Anstieg. Zwar gibt es auch Arbeitslose in dem Beruf, die aber nicht zu den Stellen passen – wegen der Arbeitszeiten, der Konfession oder der Entfernung zur Arbeitsstelle.

Das Land hat zwar schon länger die Ausbildungskapazität erhöht, doch auch das wird nicht reichen, waren sich vor einem Jahr drei Chefinnen einig: Bildungsministerin Waltraud Wende, Sozialministerin Kristin Alheit und Margit Haupt-Koopmann, Leiterin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Sie wollten ein bislang ungenutztes Potenzial heben – arbeitslose Frauen und Männer mit Lebenserfahrung und Eignung für den Erzieherberuf. Für diese Gruppe war eine Weiterbildung bisher kaum möglich, weil das letzte Jahr der dreijährigen Ausbildung selbst finanziert werden musste. Genau das wollten die drei Chefinnen ändern.

Wie kompliziert das werden würde, ahnte keine von ihnen. Denn dafür mussten die Fachschulverordnung geändert, die Regionalen Bildungszentren zertifiziert und genug Kita-Träger gefunden werden, wie Wende berichtete: „Allen Beteiligten sei Dank, dass sie alle Steine aus dem Weg geräumt haben. Damit kann jetzt etwas Neues gebaut werden.“

Und das sieht so aus: In den zwei ersten Ausbildungsjahren sichern Jobcenter und Arbeitsagenturen den Lebensunterhalt über einen Bildungsgutschein. Im dritten Jahr arbeiten die Teilnehmer vier Wochentage in einer Kita und werden wie sozialpädagogische Assistenten bezahlt, den fünften Tag in der Schule finanziert das Bildungsministerium. „Seit drei Jahren kämpfe ich für diese Möglichkeit“, sagte eine arbeitslose Speditionskauffrau (37), „ich bin überglücklich, dass ich jetzt endlich Erzieherin werden kann.“ Die Teilnehmer sind zwischen 24 und 52 Jahren alt. Wende begrüßte, dass 35 Prozent männlich sind: „Kinder brauchen zur Identitätsbildung Männer und Frauen.“

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