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Hamburg Alt-Erzbischof Averkamp ist gestorben
Nachrichten Hamburg Alt-Erzbischof Averkamp ist gestorben
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16:27 29.07.2013
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Ludwig Averkamp war von 1995 bis 2002 der erste Erzbischof des wiedererrichteten Erzbistums Hamburg. Quelle: bih (Archiv)
Hamburg

Hamburgs Alt-Erzbischof Ludwig Averkamp ist tot. Er starb am Montagmorgen im Alter von 86 Jahren in der Hansestadt, wie ein Sprecher des Erzbistums mitteilte. Nähere Angaben zu den Umständen des Todes wollte der Sprecher auf dpa-Anfrage zunächst nicht machen. Averkamp war von 1995 bis 2002 der erste Erzbischof des wiedererrichteten Erzbistums Hamburg, das auch für Schleswig-Holstein und Mecklenburg zuständig ist. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, würdigte ihn als engagierten Seelsorger und Bischof für den Norden sowie als „ein Hirte seiner Herde im besten Sinne des Wortes“.

Am 16. Februar 1927 im westfälischen Velen geboren, studierte Averkamp Theologie und Philosophie in Münster und Rom und wurde dort 1954 zum Priester geweiht. 1973 erhielt Averkamp die Weihe zum Bischof. Er war zunächst Weihbischof des Bistums Münster, leitete dann das Bistum Osnabrück und kam 1995 schließlich als Erzbischof nach Hamburg. 2002 wurde er emeritiert.

„Mit dem Tod von Erzbischof em. Ludwig Averkamp verlässt uns eine prägende Persönlichkeit des deutschen Episkopats“, schrieb Erzbischof Zollitsch in einem Beileidsschreiben an den Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen. Die Deutsche Bischofskonferenz sei dem Verstorbenen „dankbar für die langjährigen und engagierten Verdienste, die er in seiner ihm eigenen, humorvollen und in den Debatten von tiefem Ernst geprägten Art eingebracht hat“. Als erster Oberhirte des 1994 neu gegründeten Erzbistums Hamburg habe sich Averkamp mit seiner offenen und herzlichen Art schnell einen Namen gemacht und die Zuneigung vieler Gläubiger gewonnen.

Auch der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, würdigte Averkamp: „Ich habe ihn in persönlichen Begegnungen als einen Bischof erlebt, der sich mit Leib und Seele seinem Auftrag verbunden fühlte. Seine Zugewandtheit und Menschenfreundlichkeit bleibt mir in Erinnerung“, erklärte Ulrich.

Nach Angaben des Hamburger Erzbistums ist der Sarg mit Averkamp ab der Heiligen Messe am Dienstag (30. Juli, 18.15 Uhr) in der Krypta des St. Marien-Doms aufgebahrt. Dann könne bis Freitag täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr Abschied von dem Alt-Erzbischof genommen werden. Das Pontifikalrequiem für Averkamp feiert Erzbischof Thissen am Freitag (2. August, 15.00 Uhr) im St. Marien-Dom. Bereits am Montag würdigte er seinen Vorgänger als „großen Beter“. Erzbischof Ludwig habe viele zum Beten ermutigt und Wege aufgezeigt, wie jemand seinen eigenen Gebetsstil entdecken und einüben könne, sagte Erzbischof Thissen. Ab 1995 habe Averkamp für das Erzbistum Hamburg wichtige organisatorische Fundamente gelegt.

Das Erzbistum Hamburg ist das flächenmäßig größte, von der Katholikenzahl her aber fünftkleinste deutsche Bistum. Es wurde 1995 in Folge der deutschen Einigung und der damit verbundenen kirchlichen Neuordnung im Bereich der früheren DDR errichtet. Zum Erzbistum Hamburg gehören die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein sowie der Landesteil Mecklenburg von Mecklenburg-Vorpommern. Es vereint mehr als 390 000 Katholiken, darunter etwa 183 000 in Hamburg, knapp 170 000 in Schleswig-Holstein und rund 40 000 in Mecklenburg. Hamburg war bereits im 9. Jahrhundert für wenige Jahre Sitz eines Erzbischofs gewesen.

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