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Hamburg Marine gehen die Fregatten aus
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00:17 05.12.2013
Von Frank Behling
Das Vorschiff einer Fregatte auf dem Weg nach Hamburg. Quelle: FB
Kiel/Hamburg

Dabei sollte mit der „Baden-Württemberg“ alles besser werden. Nach diversen Problemen bei vorherigen Marine-Neubauprojekten war von „Schiffbau auf Bewährung“ die Rede, als die 149 Meter lange Fregatte im November 2011 auf Kiel gelegt wurde. Doch schon in der Projektphase musste der erste angepeilte Ablieferungstermin von 2014 auf 2016 verschoben werden. Inzwischen steht nur fest: Am 12. Dezember soll der Rohbau bei Blohm + Voss in Hamburg getauft werden.

 Zuvor waren zwei Tauftermine im Februar und April 2013 geplatzt. Es habe Probleme mit den Beschichtungen gegeben, die Korrosion oder Schäden bei Bränden verhindern sollen, bestätigte ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Essen. Sie mussten „großflächig erneuert werden“. Nach Informationen unserer Zeitung ist der wichtige Flammschutz-Anstrich nach dem Zusammenbau des Rumpfes im Dock abgeblättert. Viele bereits verschweißte Sektionen mussten deshalb wieder geöffnet werden. Inzwischen seien die Mängel, die durch einen Zulieferer verursacht worden seien, beseitigt – doch der Zeitplan sei nicht mehr einzuhalten, heißt es bei der TKMS. Die Kosten sollen sich dem Vernehmen nach um bis zu 100 Millionen Euro erhöhen. Die Bundeswehr pocht darauf, dass die Werften dafür einstehen.

 Für den Bau der neuen Fregatten-Generation hatten sich vor knapp zehn Jahren die beiden größten Marine-Werften Deutschlands, TKMS und die Lürssen-Gruppe, zusammengetan und 2007 trotz kritischer Töne des Bundesrechnungshofs den Zuschlag bekommen. Für 2,6 Milliarden Euro sollte die „Arge 125“ vier Schiffe bis 2018 bauen. Zulieferungen anderer deutscher Werften erfolgen aus allen fünf Küstenländern.

 Wegen der Verzögerung drohen der Marine nun Engpässe bei Auslandseinsätzen, etwa am Horn von Afrika. Erst am Freitag wurde in Wilhelmshaven mit der „Emden“ die dritte Fregatte der Klasse 122 außer Dienst gestellt. Wenn es mit den Ausmusterungen wie geplant weiterläuft, wird die Zahl der Fregatten von 15 (2012) spätestens 2015 auf unter zehn sinken, 2018 wären nur noch sieben Fregatten verfügbar. „Notfalls müssen ältere Schiffe länger in Dienst bleiben, um die Aufgaben zur erfüllen“, sagt der Kieler SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels.

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