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Hamburg CCH-Sanierung wird deutlich teurer
Nachrichten Hamburg CCH-Sanierung wird deutlich teurer
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07:24 12.03.2019
Blick in das neu erbaute Foyer des Congress Centrums Hamburg, CCH, dessen Wiedereröffnung nach umfangreichen Revitalisierungsmaßnahmen für den Sommer 2020 geplant ist.  Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Die umfangreiche Sanierung des Hamburger Kongresszentrums CCH wird um mehr als 36 Millionen Euro teurer als geplant. Über eine Drucksache an die Bürgerschaft, in der ein Zusatzbudget in Höhe von 18,2 Millionen sowie weitere 18 Millionen Euro für "verzögerungsbedingte Mehrkosten" veranschlagt werden, will der rot-grüne Senat am Dienstag beschließen, wie CCH-Projektleiter Hellmut Körner der Deutschen Presse-Agentur sagte. Noch Ende des Monats soll der Haushaltsausschuss sich damit befassen. Die Zeit drängt: Mit einem Verzug von einem Jahr soll das neue CCH nun im Sommer kommenden Jahres fertig sein.

230 Millionen nach Bewilligung zusätzlicher Mittel

Ursprünglich waren für die CCH-Revitalisierung 194 Millionen Euro vorgesehen. Die Bewilligung der zusätzlichen Mittel vorausgesetzt, wird man nun am Ende bei rund 230 Millionen rauskommen.

Grund für die Kostensteigerung seien zum einen der Verzug, der sich vor allem aus einem Baustopp nach einem Asbestfund im August 2017 ergeben habe, und zusätzlich nötig gewordene Baumaßnahmen an Gebäudeteilen, die in den ursprünglichen Projektplanungen nicht enthalten gewesen seien, sagte Körner. "Der Bauteil West und die Halle H, die erst 2007 fertiggestellt wurden, sollten ursprünglich gar nicht angefasst werden."

Halterungen der Glasfassade korrodiert

Erst im Nachhinein habe man festgestellt, dass die Halterungen der erst 12 Jahre alten Glasfassade am Westteil des Gebäudes korrodiert waren. Für die Instandsetzung werden in dem der dpa vorliegenden Antrag allein bis zu 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Außerdem wurden in dem unter dem 2007 gebauten Westteil liegenden Saal 3 Ende 2016 Asbestbelastungen und Mängel an der Brandschutzverkleidung festgestellt. Sanierung und Ausbauleistungen schlagen hier mit bis zu 3,6 Millionen Euro zu Buche.

Den mit rund sieben Millionen Euro dicksten Brocken macht in der Kalkulation des Zusatzbudgets die Sanierung der Tiefgarage aus. Hier war der Beton durch Tausalz angegriffen worden. Böden und Stützen mussten bis auf den Stahl abgeschliffen und neuer Beton gegossen werden. Knapp fünf Millionen Euro sind dafür einkalkuliert, weitere zwei Millionen für den Brandschutz.

Weil durch die Arbeiten auch die Zulassung der Halle H weggefallen sei, müsse auch dort eine neue Entrauchungsanlage eingebaut werden, um dem Brandschutz zu genügen, sagte Körner. Dafür wird eine dreiviertel Million Euro veranschlagt.

Maßnahmen nötig für Eröffnung

"Die Maßnahmen müssen jetzt durchgeführt werden, wenn wir das Gebäude im Sommer 2020 eröffnen wollen", sagte er. "Deshalb beantragen wir jetzt ein Zusatzbudget in Höhe von 18,2 Millionen Euro." In den Kalkulationen sei zur Sicherheit eine Kostenvarianz in Höhe von acht Millionen Euro enthalten. "Bei einer Baustelle dieser Größenordnung muss man immer mit dem Unvorhersehbaren rechnen."

Weitere 18 Millionen Euro Mehrkosten resultieren aus dem Verzug bei der Fertigstellung. "Wir mussten mit allen Firmen Vertragsergänzungen abschließen, weil wir aus dem Tritt geraten sind", sagte Körner. "Allein der Unterhalt der Baustelle kostet pro Monat einen hohen sechsstelligen Betrag. 50 Firmen, die da gleichzeitig tätig sind, zu koordinieren, ist allein schon eine sehr komplexe Sache."

Die Preissteigerung im boomenden Baugewerbe tue ein Übriges. "Allein dadurch sind die Kosten um 10 bis 15 Prozent gestiegen und haben einen Gutteil der in der ursprünglichen Planung enthaltenen Kostenvarianz aufgezehrt."

Erstattung von Teilkosten durch Versicherung

Die Erstattung eines Teiles der Kosten für die Asbestsanierung erwartet Körner von einer Asbest-Versicherung, die vorsorglich abgeschlossen worden sei. "Das ist aber keine Riesensumme." Außerdem könnten möglicherweise auch Gutachter und Baufirmen in die Pflicht genommen werden, wenn sie für den Verzug und die daraus resultierenden Kosten Verantwortung trügen. "Die rechtliche Prüfung möglicher Ansprüche gegenüber Baufirmen oder Gutachtern ist im Gange", sagte Körner.

Das Ergebnis der Revitalisierung werde sich aber sehen lassen können, wenn das neue CCH spätestens Ende August 2020 wieder seine Tore für bis zu 12 000 Veranstaltungsbesucher öffnet, ist der Projektleiter überzeugt. "Es wird ein tolles Gebäude. Nicht so edel wie die Elphi, aber sehr beeindruckend."

Von RND/dpa

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