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Hamburg Traumschiffreise – Piraten inklusive
Nachrichten Hamburg Traumschiffreise – Piraten inklusive
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08:00 29.03.2014
Von Frank Behling
Am vergangenen Wochenende eskortierte die deutsche Fregatte „Hessen“ (re.) die „Aidadiva“ ein Stück auf dem Weg von Dubai zum Suezkanal. Quelle: Thomas Beierlein
Neustadt

Viel ist über diese Männer nicht bekannt. „Es ist eine erfahrenes, aus Europäern bestehendes Team unter deutscher Führung“, sagt Reedereisprecherin Madeleine Beil. Das Flaggschiff der Neustädter Reederei Deilmann soll sicher durch den Golf von Aden und den Bab al-Mandab, die Meerenge am Eingang zum Roten Meer, kommen. Das Sicherheitsteam soll dabei mögliche Piratenangriffe abwehren. „Wir haben zuvor schon mal mit dem Team zusammengearbeitet“, sagt Beil.

 „Es handelt sich dabei um ein nach den Vorgaben für ein Schiff unter deutscher Flagge zertifiziertes Unternehmen, das uns bei dieser Reise begleitet“, fügt Beil hinzu. Die Einschiffung ist nicht geheim. Im Automatischen Identifikationssystem (AIS) lässt der der Kapitän der „Deutschland“ als Zielhafen auch die Info „Aqaba Armed Guards“ senden. Diese Funksignale fangen auch Piraten auf und könnten so abgeschreckt werden. Der Transit durch das riskante Gewässer begann am Freitagabend mit dem Auslaufen aus Salalah. Am Dienstag wird die „Deutschland“ im ägyptischen Badeort Sharm-El-Sheikh erwartet.

 Nach Wochen der Ruhe gab es in den vergangenen Tagen am Horn von Afrika wieder Meldungen über Angriffsversuche. Zuletzt funkte am Sonntag ein Chemikalientanker aus dem Roten Meer einen Hilferuf. Der Kapitän des Tankers meldete fünf verdächtige Boote in seiner Nähe. Ein an Bord des Tankers eingeschifftes Sicherheitsteam habe laut der Meldung des Kapitäns mehrere Warnschüsse abgegeben. Daraufhin hätten die Boote abgedreht. Im Golf von Aden wurde am 7. März ein Vorfall gemeldet. Auch dabei feuerte ein an Bord eines Frachters eingeschifftes Sicherheitsteam Warnschüsse ab. Insgesamt sei die Lage für die Schiffe am Horn von Afrika deutlich sicherer als noch vor einem Jahr, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam.

 Dieses risikoreiche Gewässer bereits hinter sich haben die Kreuzfahrtschiffe „Hamburg“ und „Aidadiva“. Das Rostocker Clubschiff mit seinen 2500 Passagieren wurde zeitweise von der deutschen Fregatte „Hessen“ begleitet. Die Fregatte „Brandenburg“ trifft an diesem Wochenende ebenfalls in der Region ein.

 Den drei Kreuzfahrtschiffen folgen in den kommenden Tagen weitere Luxusliner, die sich auf der Rückreise aus den Winterrevieren der Südsee oder dem Persischen Golf nach Europa befinden. Die „Aidaaura“, „Europa“, „Columbus 2“, „Queen Mary 2“, „Queen Elizabeth“, „Costa Fortuna“ und „MSC Lirica“ werden den Golf von Aden bis Mitte April passieren. Auch diese Schiffe sind mit Schutzeinrichtungen zur Abwehr von Piraten ausgerüstet.

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