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Hamburg Dündar: Leiden der Flüchtlinge sehen
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21:56 29.10.2018
Can Dündar erinnerte an zahlreiche deutsche Exil-Autoren der Nazi-Zeit wie Stefan Zweig, Theodor Adorno oder Thomas Mann. Quelle: Georg Wendt/dpa
Hamburg

Es sei Zeit, die Flüchtlinge in Deutschland zu akzeptieren, mahnte Can Dündar vor rund 400 Zuhörern am Montag. Er erinnerte an zahlreiche deutsche Exil-Autoren der Nazi-Zeit wie Stefan Zweig, Theodor Adorno oder Thomas Mann.

Im Exil könne ein Schriftsteller zerbrechen, aber auch einen neuen Weg finden. Allerdings könne das Exil auch ein Minenfeld sein. Mancher Autor mache sich mit den Herrschenden gemein. Alexander Scholschenizyn sei für seine Kritik am sowjetischen Lagersystem Archipel Gulag in Erinnerung, aber auch für seine Verurteilung Amerikas, weil sich die USA zu früh aus Vietnam zurückgezogen hätten.

Kritik an Waffenexporten

Dündar, der im Rahmen der "Tage des Exils" der Hamburger Körber-Stiftung sprach, kritisierte europäische Waffenexporte. Die Waffen würden in Kriegen eingesetzt, die Menschen in die Flucht trieben. 84 Prozent der 65 Millionen Flüchtlinge weltweit lebten in Entwicklungsländern. Europa habe die Tür dichtgemacht und verschließe die Augen vor dem Problem. Immer mehr Europäer sähen ihre Jobs, Städte und ihren Lebensstil durch Flüchtlinge bedroht und wollten die Mauern noch höher bauen. Eine neue Regierung könnte die Flüchtlinge zurückschicken. "Aber dann können Sie sicher sein, die meisten von Ihnen werden sich wie Migranten im eigenen Land fühlen", sagte Dündar.

Der 57-jährige Journalist lebt seit mehr als zwei Jahren in Deutschland im Exil. Er war in seinem Heimatland wegen eines Artikels zu Waffenlieferungen des türkischen Geheimdiensts nach Syrien zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Von RND/dpa

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