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13:28 12.07.2018
Eine Mitarbeiterin der Deutschen Bahn überwacht in der Leitstelle der Hamburger S-Bahn den Betrieb. Führerlose S-Bahnen hat sie noch nicht auf dem Radar. Das Pilotprojekt muss erst noch starten. Quelle: Axel Heimken
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Hamburg

Die Pilotstrecke für die erste führerlose S-Bahn in Deutschland soll 2021 in Hamburg in Betrieb gehen. Das haben die Hansestadt, der Elektrokonzern Siemens und die Deutsche Bahn als Betreiberin der S-Bahn mit einer am Donnerstag unterzeichneten Kooperationsvereinbarung „Digitale S-Bahn Hamburg“ beschlossen. Die Kosten für das Projekt von rund 60 Millionen Euro wollen sich die Kooperationspartner teilen.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach von einem wegweisenden Projekt auf dem Weg zur „Modellstadt für moderne Mobilität“. Die Stadt sucht nach Verkehrslösungen, um wachsende Pendlerströme im öffentlichen Nahverkehr sowie auf den Straßen zu bewältigen.

23 Kilometer zwischen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle

Vorgesehen ist, den 23 Kilometer langen Streckenabschnitt auf der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle im Osten der Stadt für das hochautomatisierte Fahren technisch einzurichten. Entsprechend werden auch vier Fahrzeuge der Baureihe 474 ausgerüstet. Angewandt werden die Zugsteuerungssysteme ATO und das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS.

Der Triebfahrzeugführer werde aber für Betriebsstörungen oder Gefahrensituationen weiterhin mit an Bord bleiben, sagte der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla. Außerhalb des digitalisierten Streckenabschnitts soll der Zugführer den Zug wie bisher weitersteuern. Ohne ihn, also vollautomatisch, sollen die Züge aus und in die Abstellanlage an der Station Bergedorf rollen. Ziel sei, bis zum Weltkongress für Intelligente Transportsysteme (ITS) im Oktober 2021 in Hamburg die Strecke in Betrieb zu nehmen.

Engere Taktung durch neue Technologie

Durch die Technologie erwarten die Projektpartner, dass Fahrten auf automatisierten Strecken enger getaktet werden können. Genannt wurde ein Kapazitätszuwachs von rund 20 Prozent. „Das schauen wir uns mit dem Pilotprojekt genauer an“, sagte S-Bahn-Chef Kay Uwe Arnecke. Ist die Pilotphase erfolgreich, soll das gesamte S-Bahn-Netz digitalisiert werden. Ziel sei, die S-Bahn effizienter in das Hochbahn-Netz zu integrieren. Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch verwies zudem auf einen sinkenden Energieverbrauch und geringere Betriebskosten.

DB-Vorstand Pofalla bezeichnete das Vorhaben als einen Meilenstein im DB-Zukunftsprogramm „Digitale Schiene Deutschland“. Die Kosten für einen bundesweiten Einbau der entsprechenden Technik hält er im Vergleich zum Gleisbau für überschaubar. Nach seiner Einschätzung sind hierfür von 2020-2025 rund drei Milliarden Euro zu veranschlagen. Ein erfolgreiches Hamburger Pilotprojekt könne zum Exportschlager für Deutschland werden, ergänzte Pofalla.

Von dpa

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