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Hamburg G20-Ausschreitungen: Hamburger Polizei startet neue Öffentlichkeitsfahndung
Nachrichten Hamburg G20-Ausschreitungen: Hamburger Polizei startet neue Öffentlichkeitsfahndung
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13:06 13.12.2018
Autonome randalieren im Juli 2017 während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel. Quelle: Markus Scholz/dpa
Hamburg

Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg hat die Polizei eine weitere Öffentlichkeitsfahndung gestartet. Sie veröffentlichte am Donnerstag auf ihrer Internetseite www.polizei.hamburg Fotos von 53 unbekannten Tatverdächtigen, darunter zwei Frauen.

Die von der Ermittlungsgruppe „Schwarzer Block“ gesuchten Menschen stünden im Verdacht, Straftaten von erheblicher Bedeutung begangen zu haben, hieß es. Jede einzelne Ausschreibung sei auf Antrag der Staatsanwaltschaft von einem Amtsrichter genehmigt worden. Voraussetzung sei, dass eine vorhergehende interne Fahndung der Polizei erfolglos geblieben sei.

Vor knapp einem Jahr hatten Polizei und Staatsanwaltschaft erstmals eine Öffentlichkeitsfahndung nach mutmaßlichen G20-Gewalttätern begonnen. Dabei wurde um Hinweise zu 107 Tatverdächtigen gebeten. Eine weitere Aktion mit 101 Fahndungsfotos folgte Mitte Mai. Im August stellten die Ermittler erneut Aufnahmen von 73 Gesuchten ins Internet, seit September bittet die Hamburger Polizei europaweit um Hinweise zu vier Tatverdächtigen.

Ermittlungsgruppe führt derzeit 3500 Verfahren

Insgesamt wurden damit innerhalb eines Jahres die Fotos von 338 Personen veröffentlicht. Allerdings hat die Polizei die Bilder der nicht identifizierten Tatverdächtigen aus den beiden ersten Aktionen inzwischen von ihrer Internetseite entfernt. Fotos von erkannten Personen müssen sofort aus der Fahndung genommen werden.

Die Ergebnisse der Fahndungsaktionen bewertet die Polizei als positiv. Normalerweise würden durch Öffentlichkeitsfahndungen nur zehn Prozent der Gesuchten identifiziert. Bei den G20-Ermittlungen sei die Quote sehr viel besser. Allerdings ist sie von Mal zu Mal deutlich gesunken. Konnte nach der ersten Veröffentlichung vor einem Jahr noch die Identität von 36 Prozent der mutmaßlichen Gewalttäter geklärt werden, waren es bei der zweiten Ausschreibung 25 und bei der dritten nur noch 18 Prozent. Wer die vier europaweit Gesuchten sind, ist immer noch unklar.

Die Ermittlungsgruppe „Schwarzer Block“ führt derzeit rund 3500 Verfahren, die meisten gegen unbekannte Tatverdächtige. In 780 Fällen davon ermitteln die Beamten gegen etwa 880 namentlich bekannte Personen. Auch künftig sollen die Untersuchungen weitergehen. „Die G20-Straftäter dürfen sich nach wie vor nicht sicher fühlen. Wir werden die Ermittlungen mit Hochdruck auch im Jahr 2019 fortsetzen“, bekräftigte Pressesprecher Timo Zill.

Von RND/dpa