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Hamburg Großstreik am Hamburger Flughafen
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09:25 07.09.2012
Mit der Lufthansa kommen viele Passagiere nicht weit. Quelle: dpa

Der Streik der Lufthansa-Flugbegleiter hat am Freitagmorgen auch am Hamburger Flughafen für zahlreiche Flugausfälle gesorgt. „Voraussichtlich werden zwei Drittel aller Flüge in Hamburg gestrichen“ sagte Lufthansasprecher Wolfgang Weber am Morgen. Er rechne nur mit 60 von rund 180 Starts und Landungen.

„Die Lage ist entspannt“, beschrieb eine Flughafensprecherin unterdessen die Situation in Fuhlsbüttel. Der Airport hatte sich mit mehr Info-Personal auf den Streik eingestellt. Nach Angaben der Lufthansa wurden alle Gäste frühzeitig auf die Ausfälle hingewiesen. Längere Schlangen vor den Lufthansa-Schaltern in Hamburg gab es am Morgen nach Angaben von Lufthansasprecher Weber nur, weil zwei eigentlich eingeplante Flüge nach London und Zürich dann doch noch streikbedingt kurzfristig abgesagt werden mussten. Betroffen waren demnach rund 160 Passagiere.

Eine positive Bilanz des Streiks zogen Vertreter der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter (Ufo) am Morgen auf dem Hamburger Flughafen. „Wir sind mit dem aktuellen Streikverlauf sehr zufrieden. Die Streikbereitschaft ist gestiegen. Die Mitarbeiter sind motiviert, sagte Ufo-Gewerkschafter Timo Szameitat. Rund 30 bis 40 streikende Flugbegleiter in gelben Warnwesten demonstrierten am Morgen mit Plakaten vor dem Parkhaus am Flughafen. Der Streikaufruf für den gesamten Freitag ging an rund 18 000 Beschäftigte der Kabine an den Lufthansa-Standorten Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart. Selbst die Pilotenstreiks aus den Jahren 2001 und 2010 hatten nicht eine derart durchschlagende Wirkung.

„Es ist ein bitterer Tag, wenn über 1000 Flüge gestrichen werden müssen“, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther am Freitag in Frankfurt. Etwa 55 000 bis 60 000 Passagiere habe die Lufthansa vorab per SMS und E-Mail erreichen und ihnen Alternativen anbieten können.

Die Deutsche Bahn rechnete unterdessen mit einem Ansturm von Passagieren und wollte bei Bedarf Sonderzüge einsetzen. Am Hamburger Hauptbahnhof blieb am Morgen der Ansturm aber zunächst aus, alles blieb sehr ruhig. Ein Bahnmitarbeiter sagte, es sei wie an einem ganz normalen Freitag. Gegen 8.00 Uhr waren relativ wenige Menschen in der Wandelhalle oder auf den Bahnsteigen zu sehen.

Auch die Mitarbeiter von Autovermietungen am Flughafen und am Bahnhof sprachen von einem ruhigen Tagesanfang. Die meisten Geschäftsleute hätten wohl rechtzeitig umgebucht, ein wenig mehr habe sich über den Tag verteilt.

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