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Hamburg Mehrjährige Haftstrafen für drei Syrer
Nachrichten Hamburg Mehrjährige Haftstrafen für drei Syrer
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23:30 12.03.2018
Die drei junge Syrer waren angeklagt, sich in ihrer Heimat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen zu haben. Die Männer wurden im September 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Großhansdorf, Ahrensburg und Reinfeld festgenommen. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Hamburg

 Gegen den mit 27 Jahren ältesten Beschuldigten verhängte der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichtes am Montag eine Haftstrafe von sechseinhalb Jahren. Die beiden anderen zum Tatzeitpunkt minderjährigen Angeklagten wurden jeweils zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die drei Männer im November 2015 auf Veranlassung des IS und getarnt als Flüchtlinge von Syrien nach Deutschland gereist waren. Konkrete Anschlagspläne hätten sie nicht gehabt. Die Beweisaufnahme habe allerdings ergeben, dass sie sich für Anschläge in Deutschland bereithielten. Sie seien "Schläfer" gewesen und hätten in Deutschland auf Anweisungen des IS warten sollen, sagte der Vorsitzende Richter. 

Die Männer hatten nach Überzeugung des Gerichts von der Terrororganisation gefälschte Pässe, Bargeld und Mobiltelefone erhalten. Ihre Beauftragung, Ausstattung und Schleusung weise zahlreiche Parallelen zu den Paris-Attentätern auf, erklärte der Vorsitzende. Im November 2015 waren bei einer Anschlagsserie in der französischen Hauptstadt 130 Menschen getötet worden. Für ihren Weg von der Türkei nach Griechenland benutzten die drei in Hamburg Verurteilten laut Gericht denselben Schleuser wie die Paris-Attentäter.

Der Vorsitzende Richter betonte weiter, wie wichtig internationale Zusammenarbeit bei dem Prozess gewesen sei. So seien zwei Zeugen in Frankreich und einer im Libanon vernommen worden. Chatverläufe der Angeklagten hätten das US-amerikanische FBI geliefert. "Nur durch diese internationale Zusammenarbeit war es möglich, Licht ins Dunkel zu bringen", sagte der Richter. 

Nur der 27-Jährige hatte am Ende des Prozesses seine Mitgliedschaft in der Terrororganisation gestanden. Das Geständnis sei teilweise taktischer Natur gewesen, sagte der Richter. Es habe nicht dazu beigetragen, die Strukturen der Terrororganisation offenzulegen. Die anderen beiden Angeklagten schwiegen. Die mehr als 30 Verhandlungstage hätten so "der Zusammensetzung eines Puzzles aus vielen kleinen Teilen" geglichen, sagte der Vorsitzende. Am Ende habe sich aber ein Gesamtbild ergeben, das sich nicht mit Zufällen erklären ließe, sondern die Mitgliedschaft der Männer beim IS belege.

Die Angeklagten können gegen das Urteil innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Von KN

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