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Hamburg Kanal wegen Streik weiter dicht
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15:36 08.08.2013
Von Frank Behling
Die große Schleuse ist in der Nacht zum Donnerstag ausgefallen. Quelle: FB
Brunsbüttel

Der Nord-Ostsee-Kanal war auch am Donnerstag wegen eines Streiks an der Schleuse in Brunsbüttel für große Schiffe blockiert. Rund 120 bis 150 Beschäftigte der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in Brunsbüttel haben sich an dem Ausstand beteiligt, wie der zuständige Fachbereichsleiter bei Verdi Nord, Jochen Penke, sagte. „Es ist sehr ruhig auf dem Kanal.“ Der Streik in Brunsbüttel soll noch bis Sonntag dauern. Hintergrund des Ausstandes ist die geplante Umstrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Deutschland.

Im Binnenhafen von Brunsbüttel lagen am Donnerstagmittag drei Schiffe, die auf eine Weiterfahrt in der Nacht hofften, wie ein WSV-Sprecher in Kiel sagte. Von der Nordsee kommend hatten sich ebenfalls drei Schiffe angemeldet, die den nächsten Schleusengang mitmachen wollten: In der Nacht sollte trotz des Streiks geschleust werden, weil ein Teil der Festmacher Mitarbeiter von Fremdfirmen seien, sagte der WSV-Sprecher. Ihre Schicht dauerte von Donnerstagabend 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr am kommenden Morgen.

Auch in der Nacht zum Donnerstag waren diese Mitarbeiter im Einsatz, zwei wartende Schiffe konnten wegen eines Defekts in der Steuerung der Anlage aber zunächst nicht geschleust werden. Sie traten erst am Morgen ihre Weiterfahrt an. Sportboote, aber auch kleinere Binnenschiffe, die keine Festmacher benötigen, können geschleust werden. Zwar werden auch die Schleusenmaschinen, die nur von WSV-Personal bedient werden, bestreikt. Aber von den Schleusenmeistern haben sich nach Angaben des Behördensprechers nicht alle an dem Arbeitskampf beteiligt. Zudem sind dort auch Beamte eingesetzt, die nicht streiken dürfen.

Auch im Wasser- und Schifffahrtsamt in Tönning beteiligten sich den Angaben zufolge etwa 50 bis 60 WSV-Mitarbeiter am Arbeitskampf. Hier soll noch bis einschließlich Freitag gestreikt werden. In der kommenden Woche wollen die Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dann an der Ostsee ihre Arbeit niederlegen.

Der Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung werden nach Verdi-Angaben bundesweit rund 3000 der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft einen Tarifvertrag zur rechtsverbindlichen Absicherung der Beschäftigten erreichen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bezeichnete den Streik am Kanal in einem Interview des Radiosenders NDR 1 Welle Nord als vollkommen überzogen und unverantwortbar. Ramsauer lehnt einen Tarifvertrag ab. Er halte bislang gegebene Zusicherungen für ausreichend und habe allen Beschäftigten die geforderten Zusagen gemacht, sagte er dem NDR.

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