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Hamburg Kanaltunnel wird nicht bestreikt
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16:25 06.08.2013
Autos und Lastwagen nutzen die geöffnete Röhre des Kanaltunnels unter dem Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Quelle: dpa
Rendsburg

Nach heftiger Kritik will die Gewerkschaft Verdi den Rendsburger Kanaltunnel nun doch nicht wie angekündigt bestreiken. Dies hätten die Verdi-Mitglieder aufgrund der aktuellen Situation am Dienstag auf einer Versammlung beschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. „Wir können die Bürgerinnen und Bürger und auch den Schwerlastverkehr von und nach Skandinavien nicht dafür bluten lassen, dass der bayerische Verkehrsminister keine Bewegung im Tarifkonflikt zeigt“, sagte der zuständige Fachbereichsleiter Jochen Penke.

Die Verkehrssituation im Raum Rendsburg ist durch die Sanierung des Kanaltunnels und die Sperrung der Rader Hochbrücke für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen sowieso angespannt. Auch Autofahrer haben auf der A7 pro Richtung nur eine Spur zur Verfügung. Der Tunnel ist ebenfalls pro Fahrtrichtung nur auf einer Spur befahrbar, wird wegen der Sperrung der Autobahnbrücke aber dennoch verstärkt von schweren Lastwagen genutzt. Deswegen stockt der Verkehr hier mehr als sonst. Zurzeit wird daher geprüft, ob die Sanierung gestoppt und in der Oströhre eine zusätzliche Spur nach Norden freigegeben werden kann.

Zunächst hatte Verdi angekündigt, im Tarifstreit bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) vom nächsten Mittwoch an womöglich auch den Kanaltunnel zu bestreiken. Diese Ankündigung hatte für Empörung in Wirtschaft und Politik, aber auch bei normalen Bürgern gesorgt, die in Internetforen ihr Unverständnis zeigten. Am Mittag ruderte die Gewerkschaft dann zurück — zumindest was den Streiks am Rendsburger Kanaltunnel angeht. Die anderen angekündigten Streiks vom 7. bis 17. Augzust etwa an den Nord-Ostsee-Kanal-Schleusen in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau sollen stattfinden.

Hintergrund der Proteste ist die geplante Umstrukturierung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Der Reform werden bundesweit laut Verdi rund 3000 der insgesamt 12 000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft einen Tarifvertrag zur rechtsverbindlichen Absicherung der Beschäftigten erreichen.

Wegen der Streikankündigung für den Tunnel wurde der Gewerkschaft von vielen Seiten ein mangelndes Verantwortungsbewusstsein, fehlendes Augenmaß und Unverhältnismäßigkeit vorgeworfen, etwa von der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) und den Landtagsfraktionen von CDU und FDP.

Die Sanierungsarbeiten an den maroden Pfeilern der Rader Hochbrücke gingen derweil auch am Dienstag weiter. Bis zum Mittag waren an der Südseite des Kanals vier Brückenpfeiler-Köpfe mit Stahlkorsetts ummantelt und einer davon bereits vollständig mit Spritzbeton saniert, teilte das Verkehrsministerium mit. Die Stahlarbeiten an den Pfeilern auf der Nordseite des Kanals liefen ebenso wie die weitere Beton-Sanierung auf der Südseite. Sechs Hinweistafel für eine verbesserte Ausschilderung der Umleitungen sollen noch diese Woche geliefert und bis zum 12. August montiert

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