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Hamburg Kormorane fliegen nicht mehr
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07:47 27.02.2012
Von Frank Behling
Gehören bald der Vergangenheit an: Tornados, die mit dem Waffensystem "Kormoran 2" bestückt sind. Quelle: Foto Behling
Jagel

Was haben Joghurts, Batterien und Reifen gemeinsam? Sie haben ein Haltbarkeitsdatum. Und genau das hat auch ein militärischer Flugkörper. Die Bundeswehr muss deshalb alle „Kormoran 2“ verschrotten. Das 600 Kilogramm schwere und 4,40 Meter lange Waffensystem mit einem Feststoff-Raketenmotor ist nicht mehr einsetzbar. „Bis Ende des Jahres 2012 werden alle Flugkörper des Typs Kormoran den Vorschriften entsprechend entsorgt“, erklärte ein Sprecher des Luftwaffenamtes in Köln auf Nachfrage.

 Das in den 80er Jahren entwickelte Waffensystem wurde 1991 vom deutschen Rüstungskonzern MBB geliefert. 140 Kormorane kamen in den Bestand der Bundesmarine und wurden bei den Marinefliegergeschwadern in Eggebek und Jagel eingelagert. Die dort stationierten Tornado-Jets sollten im Ernstfall mit diesen Flugkörpern die großen sowjetischen Landungsschiffe stoppen und die dänischen Ostseezugänge frei halten. Mit dem 160 bis 235 Kilogramm schweren Gefechtskopf war der „Kormoran 2“ für diese Schiffe eine tödliche Waffe.

 Mit dem Ende der beiden Marinefliegergeschwader wechselten die übrigen Flugkörper zum Aufklärungsgeschwader 51 der Luftwaffe nach Jagel. Die Aufklärer übergeben die letzten Flugkörper jetzt der Verschrottung. Für ein Nachfolgesystem fehlt derzeit das Geld.

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