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Hamburg Kreuzfahrtsaison gestartet
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19:22 05.04.2014
Von Frank Behling
Die „Aidacara“ hat die Kreuzfahrtsaison eröffnet. Das 1996 gebaute Schiff kam aus Brasilien, wo es den Winter verbracht hatte. Quelle: FB
Kiel

Mit der „Aidacara“ hat in Kiel die Kreuzfahrtsaison 2014 begonnen. Das Passagierschiff machte mit 1180 Passagieren aus Dover kommend kurz nach 1 Uhr in der Nacht zum Sonnabend am Ostseekai fest. Die Ankunft war kurzfristig um sieben Stunden vorverlegt worden. Grund war die Kanalpassage, die schneller als geplant verlief. Das von Kapitän Przemyslaw Kurc geführte Kreuzfahrtschiff kam aus  Südamerika und wird jetzt bis Oktober Kreuzfahrten ab Kiel in Richtung Norwegen, Schweden und Großbritannien unternehmen.

Beim Ausschiffen  sahen die Passagiere und Besatzung am Morgen sehr viel Grün, was nicht unbedingt an der frühlingshaften Vegetation lag. 30 Zollbeamte empfingen Schiff und Besatzung. „Das ist eine ganz normale Kontrolle“, sagte Zoll-Sprecher Claus-Peter Minkwitz. Die etwas stärkere Präsenz sei vielleicht auch damit begründet, dass das Schiff aus Brasilien kommend länger nicht in Deutschland war, ließ Minkwitz durchblicken.

Der Zoll rückte dabei zu Lande und zu Wasser an. Das Flaggschiff der Zollfahnder auf der Ostsee, der Zollkreuzer  „Schleswig-Holstein“, hatte vor der „Aidacara“ am Ostseekai festgemacht. Der 38 Meter lange Zollkreuzer diente als schwimmendes Lagezentrum und Büro. „Die Diensträume im Ostseekai sind ja nicht so groß, deshalb haben wir die ‚Schleswig-Holstein‘ hier mit hergeholt“, erklärte Minkwitz.  An den Ausgängen und in der Gepäckhalle des Ostseekais wurden Passagiere und Crewmitglieder kontrolliert.

Zollhund Marlon

Bei der Überprüfung des Gepäcks unterstützte Zollhund Marlon die Mitarbeiter des Hauptzollamtes Kiel. „Marlon ist auf Drogen spezialisiert“, sagt Hundeführer Michael Lange. Nach der Überprüfung der rund 2000 Koffer  gab es aber nichts, was der sechseinhalb Jahre alte Labrador Retriever zu beanstanden hatte. Das nichts gefunden wurde, sorgte aber nicht für Enttäuschung bei den Fahndern. „Es geht für uns auch darum, Präsenz zu zeigen. Abschreckung ist ja auch wichtig“, sagt Zoll-Sprecher Minkwitz.   

Nach dem April-Start werden sich von Mai an dann nahezu täglich die schwimmenden Hotelriesen im Kanal durch die schleswig-holsteinische Landschaft schieben. Rund 100 Kreuzfahrtschiffe im NOK sind alljährlich ein Hingucker für Menschen an Land, die vom Kanalufer aus die „Pötte“ bestaunen.

Im Kieler Hafen werden bis Mitte Oktober 22 verschiedene Kreuzfahrtschiffe erwartet, die insgesamt 125 mal einlaufen. An Liegeplatz Nummer 1 des Ostuferhafens laufen die Arbeiten zum Neubau eines Passagierpavillons, wie der Hafen mitteilte. Ist der Bau Ende Mai fertig, können erstmals gleichzeitig drei — statt wie bisher zwei — Kreuzfahrtschiffe Passagiere aufnehmen.

Im Kanal dauert die Kreuzfahrt-Hochzeit bis Ende August, aber auch im September und Oktober sind noch Kreuzfahrtschiffe zu sehen. Das in diesem Jahr letzte Schiff soll im Dezember die Begrüßungsanlage an der Rendsburger Eisenbahnhochbrücke passieren. Hier werden die Vorbeifahrenden begrüßt, die jeweilige Nationalhymne erklingt. Am Flaggenmast wird die Deutschland-Flagge „gedippt“, rauf- und runtergezogen, ein internationaler Seefahrergruß, wie die private Initiative der Brückenterrassen in Rendsburg in ihrem Internetauftritt schreibt.

Hochseekreuzfahrten deutscher Reedereien verzeichneten 2013 einen Passagierrekord mit einem Plus von 9,2 Prozent auf 1,69 Millionen Gäste. Rund 764 000 Passagiere waren allein mit Aida Cruises unterwegs.

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