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Kriminelle Rocker unerwünscht

Biker-Demo in Kiel Kriminelle Rocker unerwünscht

Gegen Verbote von Biker-Jacken ist am Sonnabend ein Motorrad-Corso nach Kiel und Neumünster geplant. Erwartet werden 300 Teilnehmer. Innenminister Breitner warnt die Biker davor, sich von kriminellen Rockergruppen vereinnahmen zu lassen.

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Innenminister Breitner fordert eine friedliche Motorrad-Demo in Kiel.

Quelle: dpa

Kiel. Rund 300 Biker werden am Sonnabend zu einer Motorrad-Demonstration in Kiel und Neumünster erwartet. „Wir rechnen mit einem friedlichen Verlauf und geringen Verkehrsstörungen, sind aber auf alle Fälle eingestellt und auch dafür aufgestellt“, sagte ein Sprecher der Landespolizei am Donnerstag in Kiel. Im Internet rief der Motorradclub MC Kiowa aus Groß Kummerfeld (Kreis Segeberg) zum Protest auf: „Weil wir gegen die Diskriminierung der Biker kämpfen wollen! Weil wir um unsere/eure Kutten kämpfen wollen!“ Gemeint sind die Jacken, die Mitglieder von Motorradclubs, insbesondere von Rockergruppen, tragen.

Innenminister Andreas Breitner appellierte an die Mitglieder von Freizeit-Motorradgruppen, sich von kriminellen Biker-Vereinigungen zu distanzieren. Der SPD-Politiker bekräftigte zugleich seine kompromisslose Haltung im Kampf gegen organisierte Kriminalität im Rockermilieu. Die Hells Angels in Kiel und Flensburg und die rivalisierende Rockergruppe Bandidos in Neumünster wurden vom Innenministerium verboten. Sie dürfen auch keine Kutten mehr tragen. Normale Motorradgruppen sind von dem Jackenverbot nicht betroffen.

Der Minister warnte alle Teilnehmer der geplanten Demonstration davor, sich von kriminellen Gruppen für deren Zwecke vereinnahmen zu lassen. Hells Angels oder Bandidos seien keine harmlosen Motorradclubs, sondern verkörperten eine Form der organisierten Kriminalität. Breitner betonte aber auch: „Wer eine Lederkluft trägt und Motorrad fährt, ist natürlich nicht automatisch kriminell.“

Die Biker-Demonstranten wollen sich zunächst beim Motorradclub MC Kiowa in Groß Kummerfeld treffen und dann mit ihren Maschinen über die B430 und B404 nach Kiel fahren. Als polizeiliche Auflage dürfen sie maximal 60 km/h schnell sein. Vor dem Innenministerium ist eine Kundgebung geplant. Danach geht es über die Landesstraße 319 durch Bordesholm weiter nach Neumünster, auf dem Vorplatz der Holstenhallen ist die Schlusskundgebung vorgesehen.

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Protest gegen Kuttenverbot

Die Landespolizei ist beunruhigt: Ein Segeberger Motorrad-Club hat die Biker-Szene im Norden zur Demonstration aufgerufen. Ziel der Aktion: Die Initiatoren der Veranstaltung wollen ein Zeichen gegen die angebliche Diskriminierung ihres Hobbys setzen. Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) fürchten nun, dass kriminelle Gruppen die Protestaktion als öffentliche Machtprobe ausnutzen könnten.

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