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Hamburg Kuschel-Kunst im öffentlichen Raum
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07:43 23.09.2012
Schals für Straßenbäume, Pullover für Laternenpfähle: Guerilla-Stricker machen die Stadt ein bisschen kuscheliger. Quelle: dpa

 «Die Initiative für die Woll-Kunst im öffentlichen Raum stammt von der Stadtbibliothek, wir stricken sozusagen im städtischen Auftrag», sagt Susanne Relling-Peters. Die 48-Jährige koordiniert die Aktivitäten der insgesamt etwa 20 Strickfans zwischen 16 und 72, die jetzt auf ein Großprojekt im wahrsten Sinne des Wortes hinarbeiten. Sie wollen an einem Wettbewerb der Guerilla-Stricker teilnehmen, dem von der Textildesignerin Susanne Boosbach veranstalteten «Textilen Outdoor Award». Dabei werden Kunstwerke aus Wolle oder Stoff für Draußen bewertet.

Schals für Straßenbäume, Pullover für Laternenpfähle, ein Strickkleid für einen Fahrradständer - in Bad Oldesloe im Kreis Stormarn machen «Guerilla-Strickerinnen» die Stadt ein bisschen kuscheliger. Doch anders als etwa in Lübeck, wo die bunten Strickteile vor einigen Monaten meist im Schutz der Dunkelheit angebracht worden waren, kommt die Oldesloer «Strick-Guerilla» stets ganz offiziell bei Tag.

Die Oldesloerinnen wollen sich mit einer lebensgroßen Frauenfigur beteiligen, die in einem Biene-Maja-Buch liest und von Figuren aus dem Buch umschwirrt wird. «Einsendeschluss für die Fotos der gestrickten und gehäkelten Kunstwerke war am 17. September. Daraus wird eine Jury die 20 besten Beiträge auswählen, die dann im März 2013 auf der Intenationalen Handarbeitsfachmesse h+h cologne in Köln ausgestellt werden», sagt Relling-Peters.

Begonnen hatte alles mit den Mitarbeitern der Stadtbibliothek, die etwas Farbe in die Bücherhalle bringen wollten. Relling-Peters, die zusammen mit ihrem Mann Christian in Bad Oldesloe das Handarbeitsgeschäft «Wollywood» betreibt, stellte Wolle und fachlichen Rat zur Verfügung und nahm bald die Fäden in die Hand. Sie organisierte feste Stricktermine in der Bibliothek, zu denen von Mal zu Mal mehr Mitstreiterinnen kamen. Eine politische Botschaft wollen die Strickerinnen aus Bad Oldesloe - anders die Strick-Guerilla in manchen Großstädten - mit ihren Werken nicht vermitteln. «Wir wollen die Stadt einfach nur ein bisschen bunter und ein bisschen wärmer machen», sagt Relling-Peters.

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