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Hamburg Lange Schlangen nach Warnstreik
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12:02 02.08.2013
 In einer langen Schlange stehen Fluggäste am Freitag auf dem Flughafen in Hamburg am Check-in an. Quelle: dpa
Hamburg

Ein überraschender Warnstreik des Bodenpersonals hat am Freitagmorgen für lange Schlangen am Hamburger Flughafen gesorgt. Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten der Abfertigungsgesellschaft AHS Hamburg, die unter anderem für den Check-In verantwortlich sind, zwischen 4.00 und 8.00 Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. An dem Warnstreik beteiligten sich rund 50 Beschäftigte.

Von den 38 Abflügen bis 8.30 Uhr starteten 15 mit Verspätung, teilte eine Flughafensprecherin mit. Es musste jedoch kein Flug abgesagt werden. Bis in die Mittagsstunden verzögerten sich einzelne Abflüge, doch hatte sich am späten Vormittag die Lage wieder weitgehend normalisiert. Der Hamburger Flughafen war in diesem Jahr bereits an fünf Tagen von Streiks betroffen und hatte deswegen seine Passagierprognose nach unten korrigiert.

Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Stundenlöhne um 1,50 Euro. AHS ist das größte Abfertigungsunternehmen am Hamburger Flughafen und betreut etwa 60 Prozent aller Passagiere und Flüge. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten am Boden wegen der Niedrigpreispolitik der Fluglinien am Ende des Monats ihr Einkommen mit Hartz IV aufstocken müssen“, sagte Irene Hatzidimou von der Gewerkschaft Verdi. Nach ihren Angaben verdienen die Mitarbeiter bei der Abfertigung einen Einstiegslohn von 8,25 Euro pro Stunde. Viele seien auch mit 9,23 Euro pro Stunde eingestuft.

Das Unternehmen wies die Verdi-Forderung zurück. „Im Markt für Flugzeugabfertigungen herrscht ein immenser Preisdruck“, hieß es in einer Mitteilung. „AHS Hamburg hat keinen Spielraum für Gehaltserhöhungen; in der gesamten Branche hat niemand etwas zu verteilen.“ Das liege auch daran, dass sich die Fluggesellschaften rigide Sparprogramme auferlegt hätten, die sie an ihre Vertragspartner weiterreichten.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den kommenden Mittwoch (7.8.) geplant. Bis dahin will die Gewerkschaft zu keinen weiteren Streiks aufrufen. Falls die Arbeitgeberseite kein verhandlungsfähiges Angebot vorlege, sei jedoch mit neuen Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen.

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