Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Hamburg Mutter und Kind getötet: Mordprozess startet
Nachrichten Hamburg Mutter und Kind getötet: Mordprozess startet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 04.10.2018
Große Betroffenheit nach der Tat: Blumen, Briefe und ein Stofftier liegen auf dem S-Bahn Steig Jungfernstieg zum Gedenken an die zwei Opfer einer tödlichen Messerattacke. Quelle: Christian Charisius/dpa
Hamburg

Er soll seine Ex-Partnerin und seine einjährige Tochter im S-Bahnhof Jungfernstieg getötet haben: Ein 34-Jähriger muss sich von Donnerstag an wegen zweifachen Mordes vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Die Richter haben 15 Verhandlungstage bis Dezember angesetzt. 18 Zeugen und drei Sachverständige sind nach Angaben eines Sprechers vorgesehen. Die Tat vor den Augen zahlreicher Fahrgäste habe der Angeklagte bei früheren Vernehmungen eingeräumt.

Monatelange Auseinandersetzungen gingen voraus

Dem Verbrechen vom 12. April vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen, denn der damals 33-Jährige wollte ein gemeinsames Sorgerecht erreichen. Immer wieder soll er seiner Ex-Freundin, von der er seit Sommer 2017 getrennt war, gedroht haben. Am 11. April schließlich signalisierte ihm ein Familiengericht, dass sein Antrag vor dem Hintergrund der Konfliktsituation keine Aussicht auf Erfolg haben werde.

Einen Tag später gab es morgens ein Treffen des Mannes mit seinem Kind - unter Aufsicht eines vom Jugendamt beauftragten Trägers. Eine Stunde später holte die 34-Jährige, eine fünffache Mutter, ihre Tochter wie vereinbart ab. Mit dabei waren ihr dreijähriger Sohn und ihr neuer Freund. Am S-Bahnsteig Stadthausbrücke kam es laut Anklage zu einem Zusammentreffen mit dem Ex-Partner. Alle seien in dieselbe S-Bahn gestiegen. Dort habe es Streit zwischen der 34-Jährigen und dem Angeklagten gegeben. Am Jungfernstieg stiegen alle aus.

Das Kind starb noch am Tatort

Plötzlich zog der Angeklagte der Staatsanwaltschaft zufolge ein Messer mit einer 19 Zentimeter langen Klinge, verletzte seine in einem Buggy sitzende Tochter am Bauch und versetzte ihr einen Schnitt am Hals. Dann stach er der Mutter in den Rücken und ergriff die Flucht. Das Kind starb noch am Tatort. Die Mutter erlag ihren Verletzungen im Krankenhaus. Die Anklage wirft dem Mann aus dem westafrikanischen Niger vor, die Tat aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch begangen zu haben.

Der Mann hatte laut Ermittlern selbst den Notruf gewählt. Wenig später wurde er in der Einkaufsmeile Mönckebergstraße festgenommen, also nicht weit vom Tatort entfernt. Die Tatwaffe wurde in einem Mülleimer im Bahnhof Jungfernstieg gefunden. Die Behörden nahmen sich der vier Halbbrüder des getöteten Mädchens an, die zwischen drei und 15 Jahre alt sind.

Psychiater entscheidet über Schuldfähigkeit

Ein Psychiater wird den Prozess verfolgen und am Ende beurteilen, ob der Angeklagte schuldfähig ist. Laut Gerichtssprecher stand er bei der Tat nicht unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol. Die Staatsanwaltschaft gehe aufgrund eines vorläufigen Gutachtens davon aus, dass der Angeklagte voll schuldfähig ist. Er gehörte zu einer Gruppe von Migranten aus Afrika, die in Hamburg «Lampedusa-Gruppe» genannt wird - diese Migranten kamen 2013 über die Mittelmeerinsel zunächst nach Italien.

dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Hamburg 8. Köhlbrandbrücken-Lauf - Jordan und Sussmann schnellste Läufer

Lennart Jordan hat am Tag der Deutschen Einheit den 8. Köhlbrandbrücken-Lauf im Hamburger Hafen in einer Zeit von 41:45 Minuten gewonnen. Schnellste Frau war EM-Teilnehmerin Jana Sussmann vom LT Haspa Marathon Hamburg in 44:16 Minuten.

03.10.2018

Eine 26-Jährige ist in Hamburg-Osdorf von einem unbekannten Täter sexuell genötigt worden. Die Frau war am frühen Mittwochmorgen in der Nähe des Elbeeinkaufszentrums aus einem Linienbus gestiegen, als sie von einem unbekannten Mann angesprochen wurde, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

03.10.2018

Ein 47-Jähriger Lastwagenfahrer ist auf der A1 bei Hamburg festgenommen worden, weil er im Verdacht steht, betrunken gefahren zu sein und Unfallflucht begangen zu haben. Bei der Überprüfung des Fahrers ergab ein Atemalkoholtest einen Wert von 1,88 Promille.

03.10.2018