Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Hamburg Marine-Fregatte in Hamburg getauft
Nachrichten Hamburg Marine-Fregatte in Hamburg getauft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:02 12.12.2013
Von Frank Behling
Mehrfach war die Taufe geplatzt, am Donnerstag konnte endlich die Namensgebung der Fregatte "Baden-Württemberg" im Hamburger Hafen gefeiert werden. Quelle: Frank Behling
Hamburg

Die Taufpatin ist Gerlinde Kretschmann, Frau des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Bei dem 149,6 Meter langen und 18,8 Meter breiten Neubau handelt es sich um das Typschiff der Klasse 125 für die Deutsche Marine. Die rund 650 Millionen Euro teure Fregatte ist das erste Schiff einer neuen Generation von Kampfschiffen für die Deutsche Marine. Die vier Schiffe wurden bei einer Arbeitsgemeinschaft der Werften ThyssenKrupp Marine Systems und Lürssen 2008 bestellt.

Wenn die "Baden-Württemberg" 2017 in Dienst gestellt wird, wird sie das erste Schiff dieser Art ohne feste Stammbesatzung in der Deutschen Marine sein. Die Schiffe der Klasse 125 werden mit einem Mehrbesatzungskonzept gefahren. Dabei wechseln sich verschiedene Besatzungen beim Dienst an Bord ab. Ein ähnliches Konzept hat die Marine bereits bei den U-Booten eingeführt, wo acht Besatzungen sich sechs U-Boote teilen.

Der Vorteil soll bei diesem Konzept in der längeren Einsatzzeit liegen. Bei dem heute bewährtem Konzept der festen Stammbesatzung sind die Fregatten jeweils sechs Monate in einem Einsatzgebiet und kehren dann mit ihrer Besatzung in den Heimathafen nach Deutschland zurück. Bei dem neuen Mehrbesatzungskonzept ist eine Stehzeit des Schiffes im Einsatzgebiet von bis zu zwei Jahren vorgesehen. Die Besatzungsmitglieder werden jeweils nach höchstens sechs Monaten ausgetauscht. Durch dieses Verfahren wird der Ersatz von bislang acht Fregatten der Klasse 122 durch nur vier Fregatten der Klasse 125 möglich.

Durch die Verwendung modernster Komponenten sinkt die Zahl der Besatzungsmitglieder bei der "Baden-Württemberg" auf nur noch 120 Soldaten. Das sind 80 weniger als bei den Vorgängerschiffen.

Auch schiffbautechnisch beschreitet die Marine Neuland. Die "Baden-Württemberg" ist die erste Fregatte mit einem Wulstbug. Zur besseren Manövrierfähigkeit in engen Küstengewässern ist bei diesem deutschen Fregattentyp erstmals eine Doppelruder-Anlage eingebaut worden. Neu ist ebenso ein Bugstrahlruder, das die Manövrierfähigkeit deutscher Fregatten verbessern soll.

Kritiker hatten den hohen Preis der Schiffe bemängelt. Mit über 600 Millionen Euro pro Schiff liegt dieser zum Teil um 50 Prozent über den Summen, die NATO-Partner in derartige Schiffe investieren. Begründet wird der Preis aber auch damit, dass die Schiffe von einer Vielzahl deutscher Werften gebaut werden. Der Bau der Sektionen auf verschiedenen Werften sowie die Transporte verteuern ein Projekt nicht unerheblich, sichern aber Arbeitsplätze an verschiedenen Standorten.

Die "Baden-Württemberg" ist beim Bau jedoch erheblich in Verzug gekommen. Probleme mit einem Schutzanstrich im Schiff hatten die Taufe mehrfach platzen lassen. Sie war ursprünglich bereits im Februar 2013 geplant. 

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!