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Hamburg Bund baut neue Kanalfähren-Flotte
Nachrichten Hamburg Bund baut neue Kanalfähren-Flotte
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08:15 03.12.2014
Von Frank Behling
Baujahr 1953: die Kanalfähre „Hochdonn“. Quelle: Behling
Kiel

Die Kanalfähren sind Arbeitstiere: Zwischen 1000 und 5000 Autos werden pro Tag und Fähre befördert. Lediglich in Kiel-Holtenau ist eine Personenfähre im Einsatz: Die „Adler 1“ feiert hier nächstes Jahr ihr 30-jähriges Dienstjubiläum, ist damit die jüngste Fähre auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Zusammen mit der Schwebefähre in Rendsburg genießt die „Adler 1“ eine Sonderrolle und soll erhalten bleiben.

 Bei den übrigen Fähren häuften sich in den vergangenen Monaten die Ausfälle. Mal waren es Schäden an den Antrieben, mal an der Hydraulik oder den Rampen. So wie im September an der Fährstelle Burg, wo die „Oppeln“ seitdem nur Fahrzeuge mit einem Gewicht von 7,5 Tonnen befördern kann.

 „Die jetzigen Fähren sind allesamt in die Jahre gekommen. Die meisten sind über 50 Jahre alt“, sagt Thomas Fischer vom Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel. Gerade für den landwirtschaftlichen Verkehr sind die Fähren oft die einzige Möglichkeit, um über den Kanal zu kommen, da Trecker nicht die Schnellstraßenbrücken nehmen dürfen. Aus diesem Grund hat das Bundesverkehrsministerium jetzt grünes Licht für die Erneuerung der Fährschiffe gegeben. Wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel bestätigt, stehen jetzt 14,5 Millionen Euro für den Neubau von zwei Spitz- und einer Klappenfähre bereit. Die Aufträge sollen im Frühjahr europaweit ausgeschrieben werden. Die Fähren sollen ab 2016 im Einsatz sein,diee Beschaffung weiterer Schiffe ist in Vorbereitung.

Beim Umweltschutz sollen die Neubauten Maßstäbe setzen. Die neuen Fähren werden mit moderner Antriebstechnik ausgestattet werden. „Ein Hybrid-Antrieb wäre denkbar“, sagt Claudia Thoma, Sprecherin der Generaldirektion. Dabei dient ein Elektromotor als Antrieb, der Strom stammt entweder aus Batterien oder von Dieselgeneratoren.

Völlig offen ist noch, wo die drei ersten Neubauten eingesetzt werden. „Das hängt vom Zustand der alten Fähren ab. Wo der größte Bedarf ist, kommt die neue Fähre hin“, sagt Fischer. Die drei neuen Fähren sind nur ein Bruchteil der Investitionen, die der Bund 2015 und 2016 in den Kanal investiert. Wie der Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich (CDU) mitteilt, sind 2015 rund 109 Millionen Euro eingeplant. Davon sind 62 Millionen Euro für Baumaßnahmen an der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel eingeplant. Ebenfalls erneuert werden dort die alten Lotsenboote. Dafür werden im nächsten und übernächsten Jahr weitere vier Millionen Euro bereitgestellt.

Die Benutzung aller Fähren über den Kanal soll auch künftig kostenlos sein.

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