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Hamburg RWE plant Pipeline nach Gettorf
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00:17 05.08.2013
Von Cornelia Müller
Projektleiter Heiko Oppermann und Sprecher Derek Mösche (rechts) erläuterten die neuen Ölförderpläne Schwedeneck-See. Gettorf hat der Konzern als Umschlagplatz für den Rohstoff ins Visier genommen. Quelle: C. Müller
Gettorf

Kommunalpolitiker und Verwaltungsfachleute aus dem Dänischen Wohld und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde fielen Donnerstagabend aus allen Wolken. Der Bau- und Umweltausschuss des Kreises hatte nach Gettorf eingeladen, wo RWE Dea den aktuellen Stand erläuterte. Der Konzern mit Sitz in Hamburg geht von hoher Wirtschaftlichkeit aus und will Millionen verdienen.

Das Szenario ist längst mehr als eine vage Absichtserklärung. Neue Technologien und der hohe Ölpreis sind der Hintergrund. Heiko Oppermann, Projektleiter der RWE Dea für die drei Altfelder Schwedeneck-See, Plön-Ost und Preetz, erläuterte die momentane Planung für die Offshore-Förderung vor dem Dänischen Wohld. Er und Pressesprecher Derek Mösche nannten gegenüber unserer Zeitung eine Fördermenge von bis zu 700 000 Tonnen in Schwedeneck. In Plön und Preetz sollen es rund 260 000 Tonnen sein.

„Wir brauchen auf der Küste einen 60 Meter hohen Bohrturm, der die Leitung in großer Tiefe horizontal in die Förderstätte treibt“, sagte Oppermann. „Der Turm steht nur, bis Öl fließt. Die ganze Anlage schont die Umwelt. Fracking kommt nicht zum Einsatz. Von der Landstation wäre eine Pipeline nach Gettorf optimal. Hier kann das Öl über die Schiene abtransportiert werden.“ Man rechne mit drei Kesselwagen täglich. Auf entsetzte Nachfragen auch von Amtsdirektor Matthias Meins, ob man die Verhältnisse in Gettorf, auf der Regionalbahnstrecke und die Landschaftzschutzgebiete kenne, räumte er ein: „Wir haben noch nichts in Augenschein genommen.“ Man sei noch in der Phase des Arbeitsprogramms. Etwa 2016 solle der Bohrturm stehen.

Bei der Genehmigung zum Abbau von Bodenschätzen gibt es weder ein Planfeststellungsverfahren noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Kommunen und Verbände reichen beim Bergamt Stellungnahmen und Bedenken ein. Erst danach kann gebaut werden. Die vorgeschaltete Bewilligung zur Ölförderung besitzt RWE Dea für Schwedeneck seit März, für Plön und Preetz seit April.

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