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Wo sind unsere alten Pferde geblieben?

Pferdehalter im Norden Wo sind unsere alten Pferde geblieben?

Das ungeklärte Verschwinden von mindestens 25 Pferden beschäftigt Pferdefreunde in Norddeutschland. „Ich dachte, meine Snowflake ist in sicheren Händen. Jetzt weiß ich nicht einmal mehr, ob sie noch lebt“, sagt Mandy S. aus Ahrensbök. Die Spurensuche führt zu drei Höfen in Niedersachsen.

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Ein Bild aus glücklichen Tagen: Heute fragt sich Mandy S. jeden Tag, was mit ihrer früheren Stute Snowflake passiert ist.

Quelle: privat

Ahrensbök. Mandy S. ist passionierte Reiterin. Snowflake begleitet sie lange Jahre, auch als das Reiten aufgrund eines Sehnenschadens nicht mehr möglich war. Doch dann stand ein Umzug an. „Ich suchte eine Beistellmöglichkeit, damit sie mit ihren 17 Jahren gut versorgt ihren Lebensalter verbringen konnte.“ Über eine Anzeige findet sie einen Hof mit mehreren Pferden. „Ich habe mir das zusammen mit einer Freundin angeschaut. Snowflake sollte zu einer trächtigen Stute kommen, alles schien gut.“ Allerdings besteht die Hofbetreiberin darauf, dass das Tier in ihren Besitz übergeht – für den symbolischen Preis von einem Euro. „Eigentlich wollte ich Snowflake behalten und die Kosten selbst tragen. Aber sie meinte, im Krankheitsfall müsse sie schnell handeln können und Ahrensbök liege ja nicht um die Ecke. Also stimmte ich unter der Bedingung zu, dass ich regelmäßig mit Fotos über den Zustand des Pferdes informiert werde.“

Das habe zunächst auch geklappt. Doch dann kommen keine Fotos mehr und irgendwann ist Funkstille. „Auch ein Einschreiben änderte daran nichts: Ich bekam einfach keine Auskunft mehr.“ Auch auf dem Hof findet sich keine Spur mehr von der Stute. Mandy S. startet auf Facebook eine Suchaktion und bekommt unerwartet Resonanz: Andere Pferdeliebhaber melden sich, die ebenfalls ihr ehemaliges Pferd vermissen. Alle haben ihre Tiere einem der drei Höfe überlassen, die die Frau und ihr Partner betreiben.

Einige ehemalige Halter erstatten Anzeige gegen das Paar aus Beverstedt bei Bremerhaven. Die Staatsanwaltschaften in Hannover, Verden und Stade bestätigen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung zehn Anzeigen. Fünf davon sind inzwischen eingestellt. Ein weiteres Verfahren wurde wieder aufgenommen, nachdem die Anwältin der ehemaligen Pferdebesitzerin Klage eingereicht hatte. Andere Ermittlungen dauern noch an.

Das Kuriose: Alle Pferde sind mit einer Lebensnummer registriert. Bei einem Verkauf müssen die Tiere mit Nummer auf die neuen Besitzer umgemeldet werden. Verstirbt ein Pferd oder kommt es zum Schlachter, müssen die Abdecker das Tier beim zuständigen Verband abmelden. „Die Nummern unserer Tiere sind aber nicht auf neue Besitzer umgemeldet worden. Und die Pferde, die nach Auskunft des Paare inzwischen verstorben sind, sind auch nicht abgemeldet worden“, sagt Mandy S. und fordert Aufklärung. „Ich will einfach nur wissen, was mit Snowflake passiert ist.“

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